Verzugszinsen am Basiszins festmachen

– Was sind und regeln die Basiszinsen?

Wenn es um das Thema Zinsen gibt, dann gibt es eine Reihe von Zinsen, die besonders Personen, die im Finanzbereich nicht zu Hause sind, nicht unbedingt auseinander halten können. Es gibt Kreditzinsen, Hypothekenzinsen, Anlagezinsen, Festgeldzinsen, Sparzinsen, Leitzinsen oder auch Basiszinsen. Die meisten Verbraucher werden den Begriff Basiszinsen vielleicht schon einmal gehört haben, doch die Bedeutung ist sicherlich eher wenigen Verbrauchern bekannt.

Hinzu kommt noch erschwerend die Tatsache, dass der Begriff Basiszins bzw. Basiszinsen mitunter für verschiedene Arten von Zinsen genutzt wird. Im Allgemeinen ist allerdings die folgende Definition gemeint, wenn von den Basiszinsen gesprochen wird. Und zwar ist der Basiszinssatz ein sich verändernder Zinssatz in Deutschland, der die Grundlage für die Berechnung von Verzugszinsen ist. Derartige Verzugszinsen können zum Beispiel dann berechnet werden, wenn der Käufer einer Ware diese nicht innerhalb einer bestimmten Frist bezahlt. Aus dem Grunde findet man den Basiszinssatz auch oftmals in Gerichtsurteilen wieder, in denen es um verschiedene Zahlungsklagen geht. Seit Anfang 2002 wird der Basiszinssatz, bei dem es sich um einen so genannten variablen Zinssatz handelt, hierzulande von der Deutschen Bundesbank berechnet. Die Grundlage dafür ist der Paragraph 247 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Die Hauptaufgabe des Basiszinses ist im Zivilrecht angesiedelt, denn dort dient er als Grundlage für die Verzugszinsenberechnung, was wiederum im Paragraphen 288 BGB festgehalten ist. Die Bekanntgabe des aktuellen Basiszinssatzes erfolgt jährlich kurz nach dem 1. Januar sowie nach dem 1. Juli im Bundesanzeiger.

In den letzten Jahren ist der Basiszinssatz deutlich gesunken. Betrug er im Juli 2008 noch über drei Prozent, so liegt der aktuelle Basiszinssatz, der kurz nach dem 1. Juli 2011 veröffentlicht wurde, nur noch bei 0,37 Prozent. In der Praxis kommt der Basiszins vor allem dann zum Tragen, wenn der Verkäufer einer Ware oder einer Dienstleistung die anfallenden Verzugszinsen berechnen möchte, falls eine gestellte Rechnung nicht pünktlich vom Käufer bezahlt wurde. Nach vorheriger „Mahnung“ oder auch nach direkter Fristsetzung auf der Rechnung, dürfen normalerweise ab 31 Tagen nach Rechnungsdatum erstmals Verzugszinsen berechnet werden. Wie hoch die Verzugszinsen letztendlich sein dürfen, hängt neben dem Basiszinssatz auch davon ab, ob der Schuldner eine Privatperson oder ein Gewerbetreibender ist. Bei Privatpersonen als Schuldner dürfen die Verzugszinsen exakt fünf Prozent über den Basiszinsen liegen. Falls der Schuldner Gewerbetreibender ist, darf der Aufschlag sogar acht Prozent betragen. Neben dieser erläuterten Definition wird der Begriff der Basiszinsen mitunter auch im Bereich Bausparen verwendet. Hier ist der Basiszins derjenige Zinssatz, der auf Guthaben (ohne Bonuszins) gezahlt wird. Nicht zu verwechseln ist der Basiszins übrigens mit dem Garantiezins bei Lebensversicherungen und natürlich auch nicht mit den EZB Leitzinsen. (er)

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