Berechnung zur Pfändungsfreigrenze bei Überschuldung

– Pfändungsfreigrenze schützt den Lebensunterhalt

In Deutschland gibt es zahlreiche Verbraucher und Haushalte, die als überschuldet zu bezeichnen sind. Schulden machen als solches ist meistens kein Problem, jedoch wird es dann kritisch, wenn auf Dauer abzusehen ist, dass die Verbindlichkeiten immer größer werden und nicht mehr reduziert werden können. Wenn die Leistungsfähigkeit nicht mehr vorhanden ist, um aufgenommene Kredite ordnungsgemäß zurückzuzahlen oder sonstige Schulden wie vereinbart begleichen zu können, dann wird dies auch als Überschuldung bezeichnet.

In solchen und anderen Fällen kommt es häufig zu Pfändungen, die von den jeweiligen Gläubigern veranlasst werden. Eine Pfändung verläuft meistens so ab, dass der Gerichtsvollzieher zunächst einmal die Aufgabe hat, nach pfändbaren Gütern zu schauen. Dabei kann es sich beispielsweise um nicht benötigte Elektrogeräte, besonders teure Möbelstücke oder auch um Autos handeln. Neben Gegenständen erstreckt sich eine vorliegende Pfändung natürlich auch auf Kontoguthaben und Bargeld, welches selbstverständlich dazu genutzt werden muss, um die Forderung der Gläubiger zu begleichen. Nun ist es in Deutschland allerdings so, dass nicht alle vorhandenen Güter und Kontoguthaben ohne Begrenzung gepfändet werden dürfen, da es eine sogenannte Pfändungsfreigrenze gibt.

Diese Grenze hat in erster Linie die Aufgabe, den Lebensunterhalt der betroffenen Verbraucher zu sichern. Dürften nämlich das gesamte Gehalt und sämtliche Guthaben gepfändet werden, so würde der Schuldner letztendlich ohne jeden Cent dastehen und sich nicht einmal die zum Überleben benötigten Nahrungsmittel kaufen können. Aus diesem Grund gibt es eine gesetzlich verankerte Pfändungsfreigrenze, die derzeit bei alleinstehenden Personen bei rund 1.000 Euro liegt. Dieser Grundbetrag darf also auf keinen Fall gepfändet werden, sondern der Schuldner darf frei über dieses Guthaben verfügen.

Nutzt er den Betrag dann allerdings nicht zum Kauf von Nahrungsmitteln oder zum Bezahlen der Miete, sondern beispielsweise für den Kauf nicht benötigter Luxusgüter, so hat er letztendlich keinen Anspruch darauf, weitere Unterstützung zur Deckung der Lebenshaltungskosten zu erhalten. Man sollte also sorgfältig mit dem zur Verfügung stehenden Pfändungsfreibetrag umgehen, denn natürlich hat die Pfändungsfreigrenze ausschließlich die Aufgabe zu sichern, dass die zum Lebensunterhalt notwendigen Ausgaben vorgenommen werden können. (er)

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