Was ist das Besondere an britischen Aktienfonds?

– Englische Aktienfonds im europäischen Vergleich

Britische Aktienfonds waren schon immer etwas besonderes. Schon seit einigen Jahrzehnten nimmt Groß Britannien einen wichtigen Teil der europäischen Wirtschaft ein. Er hält etwa 40% am STOXX 50. Diesbezüglich investierende Fonds sind in Deutschland nicht sehr begehrt. Doch woran mag das liegen? Die zu geringen Möglichkeiten können hierfür keine Begründung sein. In Deutschland sind es insgesamt knapp 70 Anteilsklassen, welche zum Vertrieb hierzulande zugelassen sind.

Ein Problem in Bezug auf entsprechende Fonds ist vor allem die Wertentwicklung. Der relative Maßstab ergibt hierbei noch keinen konkurrenzfähigen Wert von 5 Sternen. Die am höchsten eingestuften Produkte behält Groß Britannien für sich. So könnte man es zumindest ausdrücken. Doch sind es immerhin vier Fonds, welche hierzulande mit einer Bewertung von vier Sternen eingestuft werden. Hierunter befindet sich auch ein Produkt mit deutschem Ursprung. Hierbei handelt es sich um den so genannten Activest Lux UK Equity. Dieser Fonds weißt eine Abweichung von lediglich knapp 15% auf. Dies ergab die Berechnung der letzten drei Jahren. Der volatile Vergleich fällt also dementsprechend gering im Vergleich aus. Der durchschnittliche Wert der entsprechenden Kategorie liegt bei cirka 17%. Auch die Rendite kann sich durchaus sehen lassen. Mit 8% per anno belegt der Actives Lux UK den insgesamt vierten Platz. Diesbezüglich sei erwähnt, dass der Vorteil der indexnahen Sektorengewichtung hier zutrifft. Wie üblich, sind auch in Groß Britannien die Gesundheits-, Energie- und die Finanzbranche auf den ersten Rängen anzutreffen. Die Ergebnisse des Actives Fonds halten sich jedoch in Grenzen. Die Ertragswerte sind lediglich als durchschnittlich einzustufen. Erst in den letzten beiden Jahren konnte dieser britische Fonds wieder aufholen.

Eine konstantere Lösung bietet der Lazard UK Equity Fonds dem Anleger. Dieser zählte sogar zum besten Drittel der britischen Insel und schickt sich auch dieses Jahr wieder an, einen der vorderen Ränge zu belegen. Insgesamt beinhaltet der Fonds lediglich 50 Positionen. Dabei sind es etwa nur ein Drittel der Werte, welche in Nebenwerte investiert werden. Das Fondsvolumen erreichte zuletzt ein Ausmaß von über 75 Millionen Euro. Ein Manko hat laut Meinung der Anleger jedoch auch dieser Fonds. Die Verwaltungsgebühr empfinden viele mit 1,5% als zu hoch.

Der dritte nennenswerte britische Fonds ist der Newton Income Fund. Diese Bezeichnung ist für viele deutsche Anleger etwas unverständlich. Die Aussage, welche dahinter steht, besagt lediglich, dass neben dem allgemeinen Kapitalwachstum auch die Erträge aus der Dividende geachtet werden. Dieser Fonds besitzt insgesamt etwa 70 Positionen. Er weißt ein etwas breiteres Anlageangebot auf, als die oben genannten Fondskonkurrenten. Unter anderem finden sich Titel wie HSBC und Barclays im Portofolio wieder. Diese machen jedoch lediglich einen Anteil von 22% aus. Eine größere Rolle spielt die Dienstleistungsbranche. Speziell die Telekommunikationsanbieter Vodafone und British Telecom machen einen Anteil von immerhin 28% aus. In den letzten vergangenen Jahren konnte man durchaus mit Wohlwollen auf die Ertragslage dieses Fonds blicken. Momentan gestaltet sich diese jedoch noch ein wenig holprig.

An vierter Position sei der JPMF UK Eqitiy zu nennen. Hier sind es ein Drittel, des Volumens, welches in Nebenwerte investiert. Hierbei spielt auch die Eigenverwendung des Small-Cap-Fonds eine Rolle. Auch hier sind es vor allem Dienstleistungsanbieter, welche bevorzugt in den Fonds aufgenommen werden. Diesbezüglich ist es erneut die Telekommunikationsbranche, welche hier an erster Stelle aufzuführen ist. Der Sektor der Technologie findet diesbezüglich kaum Beachtung. Dies sei jedoch nicht weiter besorgniserregend. Die Begründung hierfür ist recht simpel darzulegen. Groß Britannien besitzt einfach keine großen IT Unternehmen, welche hier aufzuführen wären.

Ein Investment in britische Fonds ist also gleichbedeutend mit einer Konzentration auf bestimmte Branchen. An erster Stelle steht hierbei die Telekommunikationsbranche. Weitere Schwerpunkte setzt das Finanz- und Gesundheitswesen. In den vergangenen Jahren schien es, als ob England die europäischen Schwierigkeiten niemals zu teilen bräuchte. Aus wirtschaftlicher Sicht ist dies sicher auch zutreffend. Die Zukunft wird zeigen, ob sich diese Lage speziell durch das Problem der Immobilienanlagen und Großbankenzusammenbrüche in den USA halten wird. (er)

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