Anlagestrategie in Fonds entwickeln

– Chancen und Risiken der Geldanlage breiter streuen

Fonds bieten dem Anleger eine gute Möglichkeit, auch kleinere Beträge in Aktien und Wertpapiere oder Immobilien zu investieren und dabei die Chancen und Risiken der Anlage breiter zu streuen. Fonds lassen sich in vielfältiger Hinsicht unterscheiden. Hier sind die wichtigsten Arten von Fonds aufgeführt.

Offene und geschlossene Fonds

In einen offenen Fonds kann jeder Anleger investieren und auch jederzeit seine Anteile wieder veräußern. Je nach Investmentgegenstand wird täglich anhand von Kursen oder Wertentwicklungen ein Ankaufs- und ein Verkaufskurs festgestellt, zu dem die Anteile erworben oder veräußert werden können. Bei Aktien ist das beispielsweise der Kassakurs. Der Verkaufskurs setzt sich meist aus dem Ankaufskurs zuzüglich eines Ausgabeaufschlages zusammen. Dieser beträgt in der Regel 5 bis 6 Prozent und deckt die Kosten für die Fondsverwaltung der Kapitalanlagegesellschaft.

Bei geschlossenen Fonds gibt es einen begrenzten Zeitraum, in dem der Fonds "platziert" wird. In dieser Phase können Investoren Anteile erwerben. Geschlossene Fonds sammeln in der Regel Kapital, um größere Projekte zu realisieren - beispielsweise den Bau von Windparks, Bürokomplexen oder Containerschiffen. Die Mindestanteile sind teurer als bei offenen Investmentfonds - meist ab 5.000 Euro oder 10.000 Euro - und können in der Regel nicht vor Ende des Projektes verkauft werden. Viele Anbieter von geschlossenen Fonds bauen aber in letzter Zeit einen Zweitmarkt für Anteile auf, die dann entweder von der Gesellschaft oder privaten Anlegern erworben werden können. Der Anleger profitiert bei einem geschlossenen Fonds von steuerlichen Abschreibungen und den Erträgen aus der Investition, beispielsweise Mieten oder aus Umsätzen.

Aktienfonds und Rentenfonds

Aktien- und Rentenfonds sind meistens offene Fonds. Die Kapitalgesellschaften kaufen in diese Fonds Aktien oder Wertpapiere, die normal an der Börse erhältlich sind. Bei Aktienfonds können die Fondsmanager entsprechend möglicher Gewinnerwartungen unterschiedliche Gewichtungen vornehmen. Zum Beispiel gibt es Unterscheidungen bei der Zusammensetzung nach Branchen, nach Regionen, nach Rohstoffen oder nach Indizes. Branchenfonds investieren nur in Aktien der gleichen Branche. Die bekanntesten sind Stahlfonds, Versorger und Energieunternehmen, Telekommunikation, Biotechnologie. Es gibt aber auch Fonds die in zukunftsweisende Branchen investieren wie die Nanotechnologie oder die Solartechnik.

Regional ausgerichtete Fonds sehen bessere Chancen in bestimmten Regionen der Welt oder Ländern. Für diese Fonds werden nur Aktien aus diesen Bereichen geordert. Fast alle Fondsgesellschaften haben beispielsweise einen Fonds mit deutschen Aktien und einen Fonds mit europäischen Aktien in ihrem Angebot. Andere Fonds investieren im Gegensatz dazu nur in amerikanische oder asiatische Werte. Bei den Wertpapierfonds unterscheiden die Kapitalanlagegesellschaften beispielsweise nach der Länge der Laufzeit - mit kurzlaufenden und langlaufenden Wertpapieren. Anleger profitieren hier meist von Gewinnen aus den Kursabschlägen zum Zeitpunkt der Ausgabe des Wertpapiers oder von einer hohen Nominalverzinsung. Wertpapierfonds bieten dem Anleger in der Regel einen sicheren Ertrag, da festverzinsliche Papiere keinen großen Kurssprüngen unterliegen.

Hedgefonds und Dachfonds

Diese beiden Arten sind erst seit kurzem am Investmentmarkt erhältlich. Für Hedgefonds gelten international keine einheitlichen Regeln. Die Manager spekulieren beispielsweise an Rohstoffmärkten oder am Devisenmarkt. Ihr Ziel ist es, auch bei sinkenden Kursen eine maximale Rendite zu erzielen. Bis vor wenigen Jahren durften Hedgefonds in Deutschland nicht vertrieben werden. Dachfonds investieren ihr Kapital in andere Investmentfonds. Für den Anleger bedeutet das eine noch breitere Streuung seiner Anlage und dadurch ein weitere Minimierung des Anlagerisikos.

Ausschüttung oder Wiederanlage

Eine weitere Unterscheidung lässt die Form der Ertragsverwendung zu. Offene Investmentfonds, die in Aktien investiert haben, schütten einmal im Jahr einen Ertrag aus. Dieser besteht zum Beispiel aus den Dividenden der Aktiengesellschaften oder Zinserträgen aus Geldanlagen. Thesaurierende Fonds zahlen diesen Ertrag nicht direkt an den Anleger zurück, sondern erwerben damit neue Anteil am Fonds, somit steigt der Anteilsbestand des Anlegers. Das Gegenteil zum thesaurierenden Fonds sind ausschüttende Fonds, die in der Praxis jedoch kaum vorkommen. Bei beiden Arten wird der Ertrag jedoch ausgewiesen und muss auch bei der Einkommenssteuer-veranlagung als Kapitalertrag angegeben werden. (er)

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