Renditeaussichten bei Bioenergiefonds
Bio bei den Energiefonds auf dem Vormarsch ...
Zu den recht neuen Umweltfonds zählen auch die Bioenergiefonds, die auch als Biomassefonds bezeichnet werden. Seit dem Jahre 2004 mit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetz sind diese Art von geschlossenen Fonds für den Anleger sehr interessant geworden, denn die Herstellung von Bioenergie muss von den Energieversorgern nun nach diesem Gesetz mit einem bestimmten Preis entlohnt werden. Bei den Bioenergieanlagen ist es so, dass aus entweder flüssigen, gasförmigen oder auch aus festen Stoffen elektrische Energie erzeugt werden kann. Die Vergütungssätze, die für Bioenergie nach dem zuvor erwähnten Gesetz gezahlt werden müssen, sind relativ hoch und daher gibt es derzeit auch bereits knapp 4.000 Biogasanlagen in Deutschland.
Da zum Beispiel auch Rohstoffe wie Mais oder Weizen zu Bioenergie verarbeitet werden können, haben beispielsweise auch viele Landwirte eine kleine oder auch größere Bioenergieanlage, die sie „nebenbei“ betreiben. Finanziert werden diese Anlagen dann unter anderem eben durch die Bioenergiefonds als geschlossene Fonds. Nach Zahlen aus dem Jahre 2006 beläuft sich der Anteil des Stroms, der aus Biomasse in Deutschland erzeugt worden ist, auf rund 13 Milliarden Kilowattstunden, was einen prozentualen Anteil am Gesamtstrom von ca. 2,2 Prozent bedeutet (Anteil am Bruttostromverbrauch). Den deutlich größten Anteil mit rund 5,5 Milliarden KWh hat dabei der aus Biogas erzeugte Strom. Aber nicht nur am Strom erhält die Bioenergie nach und nach einen immer größer werdenden Anteil, sondern Gleiches gilt auch für die benötigten Kraftstoffe zum Antrieb der Fahrzeuge. Hier hat das Biogas als Antriebsstoff derzeit einen Anteil von rund 5,5 Prozent am gesamten Kraftstoffbedarf, der „Rest“ wird nach wie vor von Benzin und Diesel ausgefüllt. Hier besteht also auch noch ein erhebliches Wachstumspotential, was ein weiterer guter Grund ist, in Bioenergiefonds zu investieren. Ohnehin beurteilen sehr viele Experten die Entwicklung der Bioenergie sehr positiv. Aus einer Studie aus dem Jahre 2006 geht zum Beispiel Folgendes hervor: Im Jahre 2005 hat die gesamte Energie (inklusive der Nutzwärme), die aus Biomasse und Biogas bzw. den dazu gehörigen Anlagen erzeugt wurde, in der Summe 76,3 Terrawattstunden (TWh) betragen. Auf dieser Basis wird davon ausgegangen, dass sich diese Zahl mittel- bis langfristig auf über 150 TWh verdoppeln wird. Mit den Bioenergiefonds investiert man also eindeutig in einen Wachstumsmarkt, zumal die Vergütungssätze für die gelieferte Energie insgesamt 20 Jahre festgeschrieben sind, was eine sehr gute Kalkulationsbasis bietet. Es gibt derzeit verschiedene Bioenergiefonds, die ein interessantes Investment für den Anleger darstellen. Ein Beispiel ist der MCP Bioenergie Fonds, der im Detail in ein Biomasse-Kraftwerk investiert, welches die benötigte Energie aus Reishülsen gewinnt und so für den Strom sorgt, der in Brasilien dringend benötigt wird.
Vom steuerlichen Gesichtspunkt aus betrachtet zählen die Einnahmen des Anlegers zu den Einkünften aus Kapitalvermögen, also nicht wie oftmals zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb. Eine Beteiligung an diesem geschlossenen Fonds ist ab mindestens 10.000 Euro möglich, wobei das Agio mit drei Prozent recht moderat ausfällt, was selbstverständlich positiv für den Anleger ist. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei rund 27 Millionen Euro, hier ist in diesem Zusammenhang äußerst positiv anzumerken, dass diese Summe zu 100 Prozent aus Eigenkapital besteht, es fallen also keinerlei Kosten aufgrund von Fremdfinanzierungsmitteln an. Das einzuzahlende Kapital kann der Anleger in zwei Teile splitten, es müssen zunächst 30 Prozent sofort bei Beitritt zum Fonds gezahlt werden und die weiteren 70 Prozent bis zum 31.05.2010. Auch die prognostizierten Ausschüttungen können sich sehen lassen. Hier werden im ersten und zweiten Jahr jeweils rund 2,50 Prozent angesetzt, im dritten Jahr jedoch bereits 9,00 Prozent und ab 2024 sind es 20 Prozent. Die kumulierte Ausschüttung bis zum Laufzeitende 2027 liegt bei 274 Prozent, was eine durchschnittliche Jahresrendite von rund 15 Prozent ergeben würde. (er)
|