Investitionen in erneuerbare Energien
Lohnt sich die Photovoltaik-Anlage noch als Geldanlage? ...
Vielfach fällt bei einem Rundgang durch die Stadt heute in Gegenden mit vielen Einfamilienhäusern auf, dass die Eigentümer auf dem Dach ihres Hauses eine Photovoltaik-Anlage bzw. die zugehörigen Solar-Kollektoren montiert haben. Durch die Photovoltaik-Technik kann zum einen umweltfreundlich Strom erzeugt werden, auf der anderen Seite stellt die Photovoltaik-Anlage jedoch für die meisten Nutzer auch eine Geldanlage dar.
Denn durch die über 20 Jahre hinweg garantierte Vergütung der Stromeinspeisung kann der Betreiber der Anlage mit festen Einnahmen rechnen, die auf eine Sicht von etwa 15 Jahren meistens über den Ausgaben liegen, sodass man ab diesem Zeitpunkt mit der Photovoltaik-Anlage Gewinne erzielen kann. Allerdings sind die Einspeisevergütungen beispielsweise in diesem Jahr schon zweimal gesunken und im Vergleich zu vor drei Jahren hat sich die Vergütung bereits um mehr als zehn Cent pro Kilowattstunde reduziert. Aus diesem Grunde stellen sich viele interessierte Verbraucher die berechtigte Frage, ob sich die Photovoltaik-Anlage überhaupt noch als Geldanlage lohnt. Um diese Frage beantworten zu können, muss man zunächst einmal die Einnahmen und Ausgaben im Zusammenhang mit der Photovoltaik-Anlage gegenüber stellen. Auf der Einnahmeseite steht ausschließlich die Einspeisevergütung. Diese liegt aktuell (Oktober 2010) bei 33,03 Cent pro produzierter Kilowattstunde an Solarstrom. Bei einer durchschnittlich großen Solaranlage kann man davon ausgehen, rund 4.000 kWh im Jahr produzieren zu können. Somit würde das zu jährlichen Einnahmen von etwa 1.320 Euro führen. Auf der Ausgabenseite steht zum einen der Kaufpreis der Anlage und zum anderen die laufenden Kosten für Versicherung, Wartung, Rücklagen für Reparaturen und dergleichen mehr.
Die Anschaffungskosten bewegen sich heute im Durchschnitt bei etwa 18.000 Euro. Die laufenden Kosten beziffert man durchschnittlich mit etwa einem Prozent der Anschaffungskosten pro Jahr, also in diesem Beispiel etwa 200 Euro jährlich. Um nun zu berechnen, ob man durch den Betrieb der Photovoltaik-Anlage noch einen Gewinn erzielen kann, muss man Einnahmen und Ausgaben am besten auf 20 Jahre rechnen, da für diesen Zeitraum sowohl Einnahmen als auch Ausgaben feststehen. Somit wären in 20 Jahren Einnahmen in der Gesamthöhe von rund 26.400 Euro (20 x 1.320 Euro) zu erzielen. Die gesamten Ausgaben auf 20 Jahre hoch gerechnet ergeben eine Gesamtsumme von ungefähr 24.000 Euro. Dabei lässt sich diese Summe nicht genau kalkulieren, da natürlich eine Rolle spielt, ob und zu welchem Zinssatz die Anschaffungskosten jeweils durch ein Darlehen finanziert werden mussten. Als Fazit kann man also festhalten, dass sich die Photovoltaik-Anlage derzeit noch als Geldanlage eignet. Sollten die Vergütungssätze jedoch noch weiter sinken, wird bald der Zeitpunkt erreicht sein, an dem sich die Anlage zumindest auf Sicht von 20 Jahren vielfach nicht mehr rentieren wird. (er)
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