Mittels Verbraucherauskunft die Bönität erfragen

– Abfragegebühr bei Bonitätsauskunft

Die Bonitätsabfrage dient dem Schutz des Kreditgebers vor Forderungsausfällen. Die dabei anfallenden Kosten werden grundsätzlich durch die Bank getragen, Ausnahmen von dieser Regel können allerdings vertraglich vereinbart werden. Wie hoch die Kosten für eine Abfrage der Bonität des künftigen Kreditnehmers ausfallen, richtet sich nach mehreren Faktoren. Zu diesen gehört der Umfang der angefragten Daten ebenso wie die Geschäftsbeziehung zwischen dem abfragenden Unternehmen und der Auskunftei.

Die Schufa bietet ebenso wie die Creditreform Vertragskunden mit einem großen Umfang an monatlichen Abfragen eine einfache Auskunft bereits für eine Abfragegebühr in Höhe von lediglich 2,50 Euro an. Diese einfache Auskunft umfasst ausschließlich das Vorhandensein eventueller Negativmerkmale sowie die Bestätigung der Anschrift und des Geburtsdatums. Diese Form der Bonitätsauskunft reicht den meisten Versandhändlern aus; vornehmlich Banken und Baufinanzierer fordern regelmäßig umfangreichere Daten an. Ausführliche Daten über einen zukünftigen Kunden beinhalten auch bestehende Kredite sowie die Angabe der Ausfallwahrscheinlichkeit des Darlehens, welcher mittels eines Score-Wertes angegeben wird. In den meisten Fällen genügt das Wissen, dass der Kunde bislang keine oder nur schwache Negativmerkmale verwirkt hat, für die Entscheidung über den Vertragsabschluss.

Die zusätzliche Information über bestehende Kredite ist wenig hilfreich, wenn das Einkommen des Vertragspartners nicht ebenfalls bekannt ist. Dieses ist aber bei Privatpersonen weder bei der Schufa noch bei einer anderen Auskunftei gespeichert. Bei Abfragen über Firmen, welche ihre Bilanzen veröffentlichen müssen, werden diese selbstverständlich bei der Antwort auf eine Bonitätsabfrage berücksichtigt. Die übliche Bonitätsabfrage kann durch die Aufforderung an den Kunden, eine Selbstauskunft einzuholen und vorzulegen, ersetzt werden. Jede Auskunftei muss eine solche zumindest einmal im Jahr kostenfrei erstellen.

Aus Gründen des Datenschutzes erscheint aber der Umfang einer solchen Selbstauskunft als sehr bedenklich, da sie deutlich mehr persönliche Daten enthält, als im Rahmen einer Fremdauskunft übermittelt werden dürfen. Die meisten Auskunfteien bieten eine besondere Form der Selbstauskunft zur Vorlage bei Dritten an, verlangen dafür aber Gebühren von zumeist deutlich mehr als zehn Euro. Diese Form der Auskunft wird als Verbraucherauskunft bezeichnet. Sowohl für Händler als auch für Banken bietet sich die legale Abwälzung der Anfragekosten auf den Verbraucher nicht an, da die meisten Kunden diese nicht tragen wollen und relativ leicht einen Wettbewerber finden, welcher die Anfragekosten selbst trägt. Das gilt insbesondere seit dem Frühjar 2011, da die Schufa als führende Auskunftei die Gebühren für eine Verbraucherauskunft auf 18,50 Euro erhöht hat. (er)

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