Ankauf von Kredit-Forderungen

– ABS Fonds als Geldanlage

Es gibt heute eine ganze Reihe unterschiedlicher Fonds im Finanzbereich, sodass man als Anleger, vor allem als Neuling, leicht den Überblick verlieren kann. Daher ist es durchaus sinnvoll, dass die unterschiedlichen Fondsarten in verschiedene Gruppen eingeteilt werden. Neben den vielen Publikumsfonds, die für einen Großteil aller Anleger in hohem Maße geeignet sind, gibt es auch eine ganze Menge an Spezialfonds, die dann auch nur für eine bestimmte Gruppe von Anlegern geeignet sind und sich vor allem durch eine oder mehrere Besonderheiten von den übrigen Fonds abgrenzen können.

Zu solchen spezielleren Fonds gehören auch die so genannten ABS Fonds, die sicherlich den meisten Anlegern bisher kein Begriff sein dürften. Daher soll im Folgenden Schritt für Schritt erläutert werden, worum es sich genau bei diesen ABS Fonds handelt. Der Name ABS Fonds kommt zunächst einmal von dem zugrunde liegenden Produkt, den so genannten Asset Backed Securities. Unter diesen Wertpapieren (Securities) wiederum werden Wertpapiere verstanden, die durch unterschiedliche Vermögenswerte abgesichert sind. Meistens handelt es sich dabei um Forderungen gegenüber einem Schuldner, die in der Regel in Form von angekauften Krediten vorhanden sind. Von der Konstruktion her kann man sich die Funktionsweise eines solchen ABS-Wertpapiers ungefähr so vorstellen: Zunächst wird meistens eine Gesellschaft nur zu einem Zweck gegründet, nämlich verschiedene Forderungen anzukaufen, meistens von Banken.

Die Banken verkaufen also noch offene Forderungen aus Krediten an diese Gesellschaft, und zwar zu einem geringeren Kaufwert, als wenn die Bank warten würde, bis der Kredit vollständig getilgt wurde. Diese Differenz ist dann auch der Gewinn der „ABS-Gesellschaft“. In der Praxis kauft die Gesellschaft also beispielsweise eine Kreditforderung über aktuell 30.000 Euro an, zahlt der verkaufenden Bank dafür aber nur 28.000 Euro. Da die 30.000 Euro Restforderung an den Kreditnehmer natürlich dennoch voll beglichen werden muss, entsteht der Gesellschaft in dem Fall ein Ertrag von 2.000 Euro. Nun muss die Gesellschaft natürlich zunächst einmal über Kapital verfügen, um diese Forderungen ankaufen zu können. Und genau dieses Kapital wird dann eben durch die Emission der forderungsgesicherten Wertpapiere gesammelt, wie die ABS-Wertpapiere auch bezeichnet werden.

Als Anleger muss man jedoch bedenken, dass das Ausfallrisiko bei einem ABS-Wertpapier deutlich höher ist wie zum Beispiel bei den sicheren Bundeswertpapieren, weshalb die Zinsen dieser Wertpapiere meistens über den durchschnittlichen Kapitalmarktzinsen liegen. Der ABS Fonds macht nun nichts anderes, als seinerseits solche forderungsgesicherten Wertpapiere zu kaufen. Gerade im Zuge der Finanzkrise gab es einige solcher ABS-Fonds, die aufgrund der vielen Kreditausfälle sogar geschlossen werden mussten. Für den Anleger ist die Anlage in Anteile eines ABS-Fonds also sicherlich kein sehr sicheres Investment. (er)

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