Definition und Beispiele alternativer Investments

– Geldanlagen unabhängig vom Renten- oder Aktienmarkt

Als Alternative Investments werden in der Regel Geldanlagen bezeichnet, die weitgehend unabhängig vom Renten- oder Aktienmarkt investieren. Dies können zum Beispiel Fonds im Bereich des Private Equity sein, aber auch geschlossene Fonds, die in Immobilien oder Containerschiffen investieren. Auch die große Gruppe der Hedge Fonds gehört zu den alternativen Investments.

Ziel dieser Geldanlagen ist eine höhere Differenzierung des Portfolios und damit auch eine breitere Risikostreuung. Auch die meist höheren Renditeaussichten und ggf. Steuervorteile sind Gründe für eine derartige Anlage. Im Folgenden sollen die unterschiedlichen Anlageformen für alternative Geldanlage etwas näher beleuchtet werden.

Geschlossene Fonds

Geschlossene Fonds sind in erster Linie für Kunden mit einem langfristigen Anlagehorizont geeignet. Sie investieren das Geld der Anleger in nur einem einzigen Projekt, etwa dem Kauf eines Containerschiffes oder dem Bau eines Einkaufszentrums. Die Erträge werden dann durch die Vermietung bzw. Verpachtung der Objekte erzielt. Können die erwarteten Vermietungs- und Auslastungsquoten erreicht werden, sind Renditen zwischen 8% und 12% p.a. möglich. Zudem werden die Erträge zum Beispiel bei Schiffsfonds mit der Tonnagesteuer besteuert, was zusätzliche Vorteile für die Anleger bringt.

Das Risiko für die Anleger besteht in einer Fehlkalkulation der Fondsgesellschaft. Kann zum Beispiel die Vermietungsquote nicht erreicht und somit der Ertrag nicht erwirtschaftet werden, ist der Totalverlust der Anlage möglich. Eine derzeit sehr beliebte Form der geschlossenen Fonds sind Lebensversicherungsfonds. Sie kaufen Lebensversicherungen von Kunden auf und erhalten bei Ablauf des Vertrages die vereinbarte Versicherungssumme. In Amerika und in Großbritannien sind diese Fonds bereits seit Jahren etabliert.

Private Equity

Unter Private Equity versteht man die private Beteiligung an einem Unternehmen. Gerade mittelständische Unternehmen profitieren von dieser Finanzierungsform, da sie durch die Umsetzung von Basel II erhebliche Schwierigkeiten bei der Bankfinanzierung vorfinden. Durch die Gelder der Anleger können Investitionen des Unternehmens gefördert werden. Gesellschaften, die im Private Equity tätig sind, sind zudem darauf spezialisiert, Unternehmen gewinnorientiert auszurichten. Die Erträge fließen hier durch Unternehmensgewinne, die dann an die Gesellschaft ausbezahlt werden.

Auch Private Equity Fonds gehören zu den geschlossenen Fonds, eine Veräußerung während der Laufzeit ist daher nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Auch bei Private Equity-Fonds besteht die Möglichkeit des Totalverlustes der Anlage, sofern die Gesellschaften die Situation des Unternehmens nicht korrekt eingeschätzt haben. Andererseits bieten sich Anlegern hohe Renditemöglichkeiten, die bis zu 20% p.a. betragen können. Bei geschlossenen Fonds sollten sich Anleger generell immer mit dem jeweiligen Verkaufsprospekt und der Fondsgesellschaft auseinandersetzen.

Hedge Fonds

Hedge Fonds unterliegen anders als "normale" Fonds kaum Auflagen. Sie können daher alle vorhandenen Arten der Kapitalanlage nutzen. Sie investieren so zum Beispiel in Rohstoffe oder Devisen oder spekulieren auf Kursbewegungen durch Unternehmensaussagen. Hedge Fonds nutzen aber auch die Möglichkeit der Leerverkäufe. Hierbei werden Aktien verkauft, die sich noch nicht im Depot befinden. Die Spekulation richtet sich in diesem Fall auf sinkende Kurse, um die Aktien später billiger einkaufen zu können.
(er)

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