Außerbörslicher Handel und Börsenhandel im Vergleich

– Unterschiedliche Gebühren beim Wertpapierhandel beachten

Zahlreiche Anleger handeln momentan verstärkt mit Anleihen und Aktien, weil sehr sichere Geldanlagen kaum noch eine akzeptable Rendite abwerfen. Was viele Kunden allerdings nicht wissen, ist, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt, mit Aktien, Anleihen und sonstigen Wertpapieren zu handeln. Im Wesentlichen stehen zwei unterschiedliche Varianten zur Verfügung, nämlich der Börsenhandel sowie der außerbörsliche Handel, der in der Fachsprache auch als Direkthandel bzw. OTC-Handel bezeichnet wird.

Bei den meisten Anlegern ist es so, dass diese automatisch davon ausgehen, dass eine erteilte Order über die Bank direkt zur Börse weitergeleitet wird. Häufig ist dies auch der Fall, aber dennoch besteht grundsätzlich bei den weitaus meisten Banken und vor allen Dingen Onlinebrokern die Möglichkeit, sich alternativ zum Börsenhandel auch für den Direkthandel zu entscheiden. Daher ist sicherlich die Frage interessant, worin genau die Unterschiede zwischen außerbörslichem Handel und dem Handel über die Wertpapierbörsen bestehen. Zunächst einmal könnte man meinen, dass es für den Anleger unerheblich ist, ob seine Wertpapierorder an der Börse oder außerbörslich ausgeführt wird. Grundsätzlich ist dies sicherlich auch richtig, aber dennoch gibt es einige Unterschiede zwischen beiden Handelswegen. Beim börslichen Handel ist es so, dass der Kurs erst dann festgestellt wird, wenn die Order tatsächlich ausgeführt wird. Dies bedeutet, dass der Anleger beispielsweise die Order erteilt, 50 Siemens-Aktien an der Börse zu erwerben.

Er kann beim Auftrag zwar ein Limit vorgeben, weiß aber dennoch nicht, zu welchem Kurs die Order letztendlich ausgeführt wird. Diese Ungewissheit gibt es beim Direkthandel normalerweise nicht. Hier ist es nämlich so, dass der Trader bei Auftragserteilung sofort angezeigt bekommt, zu welchem Preis die Order ausgeführt werden würde. Er hat dann meistens bis zu zehn Sekunden Zeit, sich nach Anzeige des Kurses für oder gegen den Auftrag zu entscheiden. Diese Tatsache ist für nicht wenige Anleger ein maßgeblicher Unterschied zwischen Direkthandel und börslichem Handel, wobei natürlich der Vorteil hier auf der Seite des außerbörslichen Handels liegt. Der OTC-Handel kann sich aber noch in einem weiteren Punkt gegenüber dem börslichen Handel durchsetzen, nämlich was die berechneten Gebühren angeht.

Wird eine Wertpapierorder an die Börse weitergeleitet, so fallen hier im Durchschnitt betrachtet fast immer höhere Gebühren an, als wenn es sich um eine außerbörsliche Order handelt. So werden beispielsweise bei der börslichen Order noch Börsenplatzentgelte und eine Courtage für den Börsenmakler berechnet. Diese zwei Kostenfaktoren gibt es beim außerbörslichen Handel nicht, sodass die Order in aller Regel beispielsweise über einen Online-Broker zu einem günstigeren Preis als beim Börsenhandel ausgeführt werden kann. Zusammenfassend ist festzuhalten, dass es durchaus einige nicht unerhebliche Unterschiede zwischen dem außerbörslichen Handel und dem Handel an der Börse gibt. (er)

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