Wichtiges Basiswissen über Fondsgeschäfte

– Hintergrundinformationen zur Geldanlage in geschlossene Fonds

Eine von vielen möglichen Geldanlagen ist auch der Bereich der geschlossenen Fonds. In der Regel kennt man Fonds als Anleger in Form von offenen Fonds wie zum Beispiel Aktienfonds oder Rentenfonds. Diese offenen Fonds muss man jedoch deutlich von den geschlossenen Fonds trennen, da sich beide Arten voneinander unterscheiden. Während die offenen Fonds für die „breite Masse“ von Anlegern bestens geeignet sind und zum Beispiel auch im Rahmen eines Sparplans zur Altersvorsorge mit oder ohne Riester Förderung genutzt werden können, stellen die geschlossenen Fonds eine ganz andere Art von Investment dar und sind auch nur für spezielle Typen von Anlegern geeignet.

Was genau zeichnet nun die geschlossenen Fonds aus und wo liegen die Chancen und Risiken bei dieser Art von Investment? Zunächst einmal muss man festhalten, dass es sich beim Investment in alle geschlossenen Fonds im Grunde seitens des Anlegers um eine direkte Unternehmensbeteiligung handelt. Geschlossene Fonds werden in erster Linie deshalb emittiert, weil die Gesellschaft ein bestimmtes Projekt durch das Kapital der Anleger finanzieren möchte. Der Ablauf ist also wie folgt: Es wird eine Gesellschaft gegründet, in der Regel eine GmbH & Co.KG oder auch eine BGB-Gesellschaft, die sich zum Zwecke der Finanzierung eines bestimmten Projektes gründet. Nun können sich die Anleger über einen bestimmten Zeitraum hinweg durch Kauf der Gesellschaftsanteile (Fondsanteile) an diesem Investment mit ihrem Kapital beteiligen. Nach Ende der „Zeichnungsfrist“ und nach dem Kauf der Anteile ist der Anleger dann Mit-Gesellschafter und trägt somit auch ein unternehmerisches Risiko.

Dieses wird noch dadurch verstärkt, dass man die Gesellschaftsanteile in den meisten Fällen erst nach 5-6 Jahren erstmalig wieder verkaufen kann. Mit dem Investment in einen geschlossenen Fonds legt man sein Kapital also im Grunde für fünf Jahre oder mehr fest, eine Verfügung ist lediglich in der Form möglich, dass ein anderer Anleger bereit ist, die Anteile zu kaufen. Ein großer Nachteil der geschlossenen Fonds ist generell auch, dass praktisch überhaupt keine Streuung des Risikos stattfindet. Während beispielsweise der offene Aktienfonds in viele verschiedene Aktienwerte investiert, konzentriert sich der geschlossene Fonds auf ein einzelnes Investitionsobjekt. Scheitert das Projekt, kann der Anleger auch sein gesamtes Kapital verlieren. Besonders achten sollte man zudem bei den geschlossenen Fonds darauf, dass zumindest keine Nachschusspflicht besteht, denn dann könnte man neben dem investierten Kapital noch viel mehr Geld verlieren.

Natürlich haben die geschlossenen Fonds aber nicht nur negative Eigenschaften aus Sicht des Anlegers, sondern es gibt auch Vorteile, die mit diesem Investment verbunden sind. So versprechen die meisten geschlossenen Fonds eine überdurchschnittliche Rendite, die in der Praxis auch häufig eingehalten werden kann. Je nach Art des Fonds kann die Rendite zwischen 6 und 15 Prozent betragen, bei manchen Fonds sind sogar Renditen von rund 20 Prozent möglich. Noch vor einigen Jahren waren fast alle geschlossenen Fonds als wahre Steuersparmodelle beliebt. Aufgrund des heute im Grunde kaum noch möglichen Verlustausweises ist dieser Steuerspareffekt allerdings in der Praxis kaum noch vorhanden und besteht nur noch bei Schiffsfonds.

Als Anleger steht man dann, wenn man sich grundsätzlich für die Geldanlage in geschlossene Fonds entschieden hat vor der Frage, in welche Art von Fonds man konkret investieren soll. Zur Auswahl im Bereich der geschlossenen Fonds stehen beispielsweise die geschlossenen Immobilienfonds, Flugzeugfonds, Containerfonds, Schiffsfonds oder die heute sehr beliebten Umweltfonds, in deren Bereich zum Beispiel die Solarfonds, Windkraftfonds oder auch die Bioenergiefonds fallen. Charakteristisch für das Investment in geschlossene Fonds ist neben der langfristigen Kapitalbindung auch noch die Tatsache, dass man erst ab eine bestimmte Anlagesumme in geschlossene Fonds investieren kann. Die Mindestanlagesummen liegen in der Regel im Bereich von 10.000 Euro bis zu 20.000 Euro, sodass die geschlossenen Fonds im Grunde für Kleinanleger eher weniger geeignet sind. (er)

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