Beispiele und Vergleich von festverzinslichen Wertpapieren

– Geringes Risiko mit Aussicht auf relativ hohe Erträge

Bei den festverzinslichen Wertpapieren handelt es sich um Wertpapiere, die einen garantierten Ertrag erwirtschaften. Der Zins ist fest, d. h. er kann nicht durch Kursschwankungen verändert werden, was einen großen Vorteil für diese Art der Wertpapiere bedeutet. Die Begrifflichkeit „festverzinsliche Wertpapiere“ hat nichts mit der Verzinsung zu tun, sondern bezieht sich auf die Rechtsstellung des Finanztitelinhabers. Bei den festverzinslichen Wertpapieren wird nach verbrieften und unverbrieften Papieren unterschieden.

Bei den verbrieften Wertpapieren handelt es sich in der Regel um Sammelurkunden oder einzelne Urkunden, wogegen die unverbrieften Wertpapiere, Darlehensverträge oder Schuldbuchforderungen darstellen. Die Ausgabe der festverzinslichen Wertpapiere erfolgt durch bestimmte Institutionen, Staaten, den Bund oder Unternehmen, die ihr Unternehmen mit Fremdkapital finanzieren möchten. Bei einer Aktie erwirbt der Käufer einen Anteil am Unternehmen, bei dem festverzinslichen Wertpapier gewährt er dem Unternehmer mit seinem Kapital zu arbeiten. Für das zur Verfügung gestellte Kapital hat der Investor einen Anspruch auf die Zinsen und eine spätere Tilgung, wobei die Zinsen und die Tilgungsraten unterschiedlich gestaltet sein können. Die Laufzeiten bei festverzinslichen Wertpapieren liegen zwischen zwei und zehn Jahren. Es gibt bei den Wertpapieren auch Papiere, die variabel verzinst werden, so genannte Floater oder Nullkuponanleihen.

Bei den letzteren handelt es sich um Anleihen, die keine laufenden Zinszahlungen beinhalten. Die Auszahlung erfolgt hierbei nach einer Zinsperiode, d. h. nach drei, sechs oder zwölf Monaten, wobei der Kreditnehmer dem Geldgeber die Zinsen ausbezahlt. Zudem wird der neue Zinssatz für die kommende Periode bekannt gegeben. Die Urkunde der festverzinslichen Wertpapiere besteht aus Mantel und Bogen, wobei der Mantel die Forderung des Gläubigers verbrieft und der Bogen, der aus Kupons besteht, dienen der Geltendmachung der Ansprüche auf die Erträge, sprich Zinsen. Als festverzinsliche Wertpapiere sind Bundesobligationen, Bundesschatzbriefe und Bundesanleihen zu sehen, wobei auch die Pfandbriefe von Hypothekenbanken unter den Begriff der festverzinslichen Wertpapiere fallen. Die Ausgabe dieser Papiere erfolgt meist in Form von Anleihen von Kreditinstituten, Ländern, Industrieunternehmen oder Kommunen.

Die festverzinslichen Wertpapiere bieten den Anlegern ein geringes Risiko, gelten als sicher, bieten Aussicht auf relativ hohe, regelmäßige Erträge, so dass diese Wertpapiere gerne auch als „Rentenpapiere“ bezeichnet werden. Bei den Herausgebern haben die festverzinslichen Wertpapiere höchste Priorität, da eine Nichterfüllung im Regelfall zum Konkurs führt. Sollen die Wertpapiere, beispielsweise, wenn der Geldgeber Geld benötigt, vor Ablauf der vereinbarten Zeit veräußert werden, ist dies zu dem aktuellen Börsenkurs möglich, doch muss man in diesen Fällen mit einem eventuellen Verlust rechnen. Die Verzinsung der festverzinslichen Wertpapiere richtet sich nach dem Kapitalmarkt, sprich der Börse und liegt in der Regel zwischen 5 und 6 Prozent. Werden die Wertpapiere nach der vereinbarten Laufzeit verkauft, wird der Nennwert, also der aufgedruckte Betrag, an den Geldgeber zurück gezahlt. (er)

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