Besonderheiten von Anleihen ohne Rückzahlungsverpflichtung

– Zinsen und Risiken von Anleihen im Vergleich

Besonders bei den verzinslichen Anleihen finden sich am Markt zahlreiche Varianten, sodass es für den einzelnen Anleger nicht selten schwierig ist, sich für die passende Form der Geldanlage zu entscheiden. Am häufigsten werden sicherlich Staatsanleihen und Unternehmensanleihen angeboten, aber auch spezielle Anleiheformen werden von vielen Anlegern gerne gewählt. Zu diesen speziellen Varianten können beispielsweise Optionsanleihen, Wandelschuldverschreibungen oder auch Nullkupon-Anleihen gehören.

Darüber hinaus gibt es einige verzinsliche Wertpapiere, von denen zahlreiche Anleger bisher noch nichts gehört haben. In den Bereich der sogenannten Exoten fällt sicherlich auch die Anleihe ohne Rückzahlungsverpflichtung, die am Markt allerdings vergleichsweise selten zu finden ist. Wenn man sich einmal vor Augen führt, was die Bezeichnung dieser Anleihe bedeutet, so werden die meisten Anleger sicherlich zunächst einmal stocken. Grundsätzlich werden viele Kunden nämlich nur solche Anleihen kennen, bei denen es selbstverständlich ist, dass das investierte Kapital spätestens bei Fälligkeit des jeweiligen Wertpapiers wieder an den Anleger zurückgezahlt wird. Bei der Anleihe ohne Rückzahlungsverpflichtung ist dies hingegen nicht der Fall, denn wie der Name bereits sagt, ist der Emittent nicht dazu verpflichtet, das vom Kunden investierte Kapital zurückzuzahlen.

Spätestens an dieser Stelle wird sich natürlich jeder Anleger fragen, warum er in ein festverzinsliches Wertpapier investieren sollte, wenn er keine Sicherheit hat, dass das eingezahlte Kapital irgendwann wieder zurückgezahlt wird. Im Prinzip gibt es auch nur einen einzigen Grund, warum Anleger ein solches Risiko eingehen, nämlich die extrem attraktive Rendite, mit der solche Anleihen ohne Rückzahlungsverpflichtung nahezu immer ausgestattet sind und auch sein müssen. Es ist nicht selten der Fall, dass Anleihen ohne Rückzahlungsverpflichtung mit Zinsen in Höhe von acht, neun oder sogar zehn Prozent ausgestattet sind.

Natürlich möchte der Emittent den Anleger mit diesen hohen Zinsen locken, um das Manko der nicht garantierten Kapitalrückzahlung zumindest teilweise ausgleichen zu können. Grundsätzlich ist die Anleihe ohne Rückzahlungsverpflichtung natürlich nicht für sicherheitsbewusste Anleger geeignet, da eben nicht garantiert werden kann, dass das eingezahlte Kapital später wieder an den Anleger fließt. Daher sollte man sich auch sehr genau überlegen, ob man dieses Risiko eingehen möchte, denn im negativen Fall muss der Kunde viele Jahre oder sogar Jahrzehnte darauf warten, dass das investierte Kapital zurückgezahlt wird. (er)

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