Betriebliche Altersvorsorge

– Wenn möglich sollte zusätzlich vorgesorgt werden

Die Betriebliche Altersvorsorge ist neben der gesetzlichen Rentenversicherung die zweite Säule der Alterssicherungssysteme in Deutschland. Aufgrund der demografischen Entwicklung reicht der heute erwerbstätigen Bevölkerung im Rentenalter die gesetzliche Rente nicht mehr aus. Die entstehende Versorgungslücke kann zum einen durch die betriebliche Altersvorsorge und zum anderen durch zusätzliche private Maßnahmen wie etwa der Riesterrente gedeckt werden. Im folgenden sollen die Grundzüge der betrieblichen Altersvorsorge erläutert werden.

Finanzierung

Die betriebliche Altersvorsorge existiert schon seit mehr als 150 Jahren, also länger als die gesetzliche Rentenversicherung. Aber erst seit 1974 hat sie auch einen gesetzlichen Rahmen, der regelt wie Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung beim Arbeitsplatzwechsel oder Verlust desselben oder bei Insolvenz des Arbeitgebers zu behandeln sind. Seit der Rentenreform 2001 wird die betriebliche Alterssicherung staatlich gefördert. Jeder Arbeitnehmer hat einen gesetzlichen Anspruch auf Entgeltumwandlung für eine Betriebsrente. Wurden in den 70er und 80er Jahren vor allem in der Industrie Betriebsrenten tariflich geregelt und fast ausschließlich vom Arbeitgeber finanziert, so hat sich das Bild bis heute entscheidend gewandelt. Die klassische Betriebsrente des Arbeitgebers hat an Bedeutung verloren. Jeweils ein Drittel der Verträge wird heute ausschließlich vom Arbeitgeber oder Arbeitnehmer oder als Mischform finanziert.

Leistungen

Je nach gewählter Leistungsart gibt es die Möglichkeit der klassischen Rentenzahlung mit Absicherung des Todesfallrisikos und anderen Zusatzleistungen, wie etwa der Absicherung des Risikos bei Berufsunfähigkeit. Finanziert der Arbeitnehmer alleine die betriebliche Altersversorgung, so wird meist eine Direktversicherung gewählt. Der Arbeitgeber zahlt diese für den Arbeitnehmer, wobei letzterer auf einen Teil seines Bruttogehaltes verzichtet. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sparen für diesen Teil dann die Sozialversicherungskosten. Weitere Finanzierungsmöglichkeiten sind die Pensionskasse, eine Pensionszusage, Pensionsfonds oder Unterstützungskassen. Während Pensionszusagen und Unterstützungskassen eher in den Bereich der klassischen Betriebsrenten fallen und damit meist vom Arbeitgeber finanziert werden, liegen bei Pensionskasse, Pensionsfonds und Direktversicherungen meist Gehaltsumwandlungen oder Mischformen zu Grunde. Durchschnittlich werden etwa 100 Euro monatlich durch die Arbeitnehmer umgewandelt.

Sparen bedeutet Verzicht

Viele Bürger in Deutschland stehen vor dem Dilemma, dass sie eine drohende Versorgungslücke im Alter auf sich zukommen sehen, aber gleichzeitig den Aufwand scheuen, auf einen Teil ihres aktuellen Nettogehaltes für die private Altersvorsorge zu verzichten. Hier bietet die Gehaltsumwandlung für die betriebliche Altersvorsorge eine kostengünstige Möglichkeit. Wer zum Beispiel 200 Euro monatlich in seine Versorgung einzahlen möchte, der hat je nach Familienstand und Einkommensklasse eine Nettobelastung von weniger als der Hälfte. Häufig lässt sich der Start einer solchen Versorgungsleistung auch mit einer ausstehenden Gehaltserhöhung verbinden, so dass die Zusatzbelastung finanziell kaum ins Gewicht fällt. (er)

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