Definition des Emerging Markets

– Investitionen und Wachstumsraten in Schwellenländern vergleichen

Mit dem Begriff "Emerging Markets" werden die aufstrebenden Volkswirtschaften von Schwellenländern bezeichnet. Eine genaue Definition für Emerging Markets gibt es nicht, daher sind die Grenzen oft fließend. Dies ist schon deshalb ganz natürlich, da das Wohlstandsniveau und die Wirtschaftskraft eines Landes nicht plötzlich steigen, sondern nach und nach zunehmen. Industrieländer fallen grundsätzlich nicht in die Kategorie Emerging Markets. In jedem Fall sind also Westeuropa, die Vereinigten Staaten, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland davon ausgenommen.

Je nach Definition werden allerdings die osteuropäischen Länder, die bereits seit einigen Jahren Mitglied in der Europäischen Union sind, als Emerging Markets bezeichnet. Dies ist zum Beispiel bei vielen Fondsgesellschaften der Fall, die spezielle Aktienfonds für die Investition in Emerging Markets anbieten. Darüber hinaus zählen die sogenannten BRICS-Staaten zu den Emerging Markets. Mit dieser Abkürzung werden Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika zusammengefasst. Obwohl es in der Wirtschaftsstruktur ebenso wie in der politischen Situation große Unterschiede zwischen diesen Ländern gibt, haben alle in den vergangenen Jahren eine durchaus vergleichbare Entwicklung durchgemacht. Allgemein haben die BRICS-Länder bereits über einen relativ langen Zeitraum hohe Wachstumsraten verzeichnet und Prognosen von Experten zufolge wird dieses Wachstum auch in den kommenden Jahren noch weitergehen. Diese Entwicklung hat sich natürlich auch auf den jeweiligen Aktienmärkten bemerkbar gemacht, da viele Unternehmen nach wie vor stark wachsen.

Neben den vergleichsweise großen BRICS-Staaten gibt es eine ganze Reihe weiterer Emerging Markets, die oft weniger beachtet werden und eher als Region eine Rolle spielen. Dazu zählen zum Beispiel die Volkswirtschaften in Südostasien, darunter etwa Indonesien, Thailand, Vietnam oder die Philippinen. Eine weitere wichtige Region ist Südamerika, wo vor allem Kolumbien, Argentinien oder Chile in letzter Zeit eine enorme Entwicklung verzeichnen konnten. Allgemein lässt sich festhalten, dass die Volkswirtschaften von Emerging Markets noch zu einem relativ großen Teil auf die Landwirtschaft sowie auf die Produktion von Rohstoffen angewiesen sind. Die größten Wachstumsraten sind allerdings in der Industrie sowie im Dienstleistungsbereich zu verzeichnen, so dass die Bedeutung dieser beiden Sektoren ständig zunimmt. Gleichzeitig werden die jeweiligen Volkswirtschaften weniger abhängig von den Weltmarktpreisen für die Rohstoffe, die sie exportieren. Noch bis vor wenigen Jahren hat das Einkommen aus dem Export einen großen Teil der gesamten Volkswirtschaft ausgemacht, nach und nach wird die Wirtschaft in Emerging Markets jedoch vielfältiger, während zugleich der Wohlstand der Bevölkerung im Schnitt zunimmt. (er)

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