Definition und Berechnung von dynamischen Renten

– Anpassung von Renten an Löhne und Einkommensentwicklung

Der Begriff der dynamischen Rente stammt aus der Zeit des Wirtschaftswunders in Deutschland zwischen 1955 und 1963. Erst mit der Einführung der dynamischen Rente im Jahre 1957 erlebten auch die Rentner ihr Wirtschaftswunder. Hier wurde erstmals das Konzept vorgestellt, dass die Erwerbstätigen die Rente der Ruheständler zahlen, welche von den Bruttolöhnen abhängig ist. Der Rentenbeitrag ist aufgeteilt jeweils zur Hälfte zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und er wird durch den Staat bezuschusst.

Somit wurde vom Bundestag im Februar 1957 die Einführung der dynamischen Rente beschlossen. Mit Beschluss der dynamischen Rente wurde die Rentenhöhe an die zu dieser Zeit gestiegenen Löhne und die jeweilige Einkommensentwicklung angepasst. Also ist die Rente abhängig von der Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft und somit von der Zahlungskraft der Erwerbstätigen. Da jedoch die Belastungen der Rentenversicherungen mit zunehmender Arbeitslosigkeit immer größer wurden, ist die Dynamik in der Rente durch verschiedene Rentenreformen eingeschränkt worden und die Abhängigkeit von der Entwicklung des Bruttoeinkommens hat ebenfalls nachgelassen, bzw. ist weggefallen. Heute gibt es mehrere verschiedene Arten der Rente. Neben der gesetzlichen Rente gibt es die Möglichkeit eine private Rentenversicherung abzuschließen, welche man individuell vertraglich aufsetzen kann. Man unterscheidet zwischen der sofort beginnenden und der später beginnenden Rente.

Bei der sofort beginnenden Rente wird einmalig eine bestimmte Summe eingezahlt und man erhält ab dem Folgemonat eine lebenslange Rente. Hierbei besteht die Rente aus einem Festbetrag und einer jährlichen Steigerung, die von den erzielten Überschüssen der Rentenversicherung. Bei der später beginnenden Rente werden über einen Zeitraum die Beitragszahlungen angespart, daher heißt diese Rente auch Ansparrente. Hierbei kann der Rentenempfänger nach Ablauf des Vertrages entscheiden, ob er die gesamte Summe ausgezahlt haben möchte, oder eine lebenslange Rente. Wählt man eine monatliche Rentenzahlung, kann man sich aus der konstanten, dynamischen und sinkenden Rente eine Art der Rentenzahlung auswählen. Bei der konstanten Zahlung wird monatlich ein fester Betrag gezahlt. Bei der dynamischen Rente wird dem Versicherten die Rente mit einer Steigerungsrate zwischen 2 - 5 % jährlich gezahlt.

Hierbei besteht die Rente aus einem vertraglich festgelegten Festbetrag und einer jährlichen Steigerung, die von den Überschüssen abhängt, die durch die Rentenversicherung erzielt wurden. Bei der sinkenden Rente werden die Rentenauszahlungen jährlich um einen vertraglich festgelegten Prozentsatz verringert. Die dynamische Rente ist für diejenigen Rentner günstig, die von einer eher hohen Lebenserwartung ausgehen. Rechnet man mit einer eher geringen Lebenserwartung dann ist die konstante Rente sinnvoll. Der Nachteil der konstanten Rente macht sich nämlich erst bei langem Rentenbezug bemerkbar, da die Rente nicht an die Inflation angepasst wird und somit sinkt ihr Wert mit zunehmendem Rentenalter. Inzwischen gibt es nicht nur einer Dynamik in der Rentenauszahlung, sondern je nach Versicherungsunternehmen werden verschiedene Modelle zur dynamischen Rentenversicherung angeboten.

Hierbei steht aber nicht nur die dynamische Rente, sondern auch der dynamische Rentenbeitrag im Vordergrund. Die Beiträge erhöhen sich in periodischen Abständen, oder es erfolgt eine Dynamisierung eines bestimmten Prozentsatzes oder es wird direkt der Anfangsbeitrag dynamisiert. Bei diesen Dynamik-Modellen wird der Versicherungsnehmer vor einer erneuten Dynamisierung über den neuen, höheren Beitrag informiert und er hat dreimalig die Möglichkeit einer Dynamisierung nicht zuzustimmen. Danach erlischt jedoch die Dynamik in seinem Vertrag. Gründe für das Zahlen des niedrigeren Beitrags können unter anderem Zahlungsengpässe sein. Sollte ein Zahlungsengpass längerfristig bestehen, sollte man sich von seinem Versicherungsfachmann beraten lassen, damit man seine Rentenversicherung deswegen nicht kündigen muss, was in jedem Fall die schlechteste Möglichkeit wäre. (er)

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