Verschiedene Produkte im Anlagebereich

– In welchen Bereich der Geldanlage Derivate ansiedeln?

Im Anlagebereich gibt es sehr viele einfach verständliche und transparente Produkte, in welche man als Anleger problemlos investieren kann, ohne dass dazu größere Kenntnisse erforderlich wären. Zu diesen Geldanlagen gehören zum Beispiel das Tagesgeld, Spareinlagen oder auch Fonds, die mittlerweile auch relativ leicht verständlich sind. Es gibt auf der anderen Seite jedoch auch diverse Finanzprodukte, die nicht so einfach zu verstehen sind und bei denen sich gerade Anfänger zunächst unbedingt informieren sollten, bevor sie sich für solche Produkte entscheiden.

Dazu gehören unter anderem auch die Derivate, die es in ganz unterschiedlichen Varianten gibt. Der Fachbegriff Derivate wird in aller Regel mit der Bezeichnung abgeleitete Produkte „übersetzt“. Und tatsächlich ist eines der wesentlichen Merkmale aller Derivate, dass der Anleger nicht in ein Produkt in Form einer Aktie oder in Form einer Anleihe investiert, sondern eben nur in ein von diesen Produkten abgeleitetes Finanzinstrument. Wie bereits kurz erwähnt, gibt es die Derivate in verschiedenen Varianten. In erster Linie fallen Optionsscheine bzw. Optionen, Futures, zum Teil Zertifikate und CFDs in die Kategorie der Derivate. Grundsätzlich eignen sich Derivate praktisch gar nicht für ein mittel- oder ein langfristiges Investment, sondern Derivate werden nahezu ausschließlich zur Spekulation genutzt. Ein Grund besteht sicherlich darin, dass die meisten Derivate, wie zum Beispiel Optionsscheine oder die Futures, nach einem recht kurzen Zeitraum verfallen, was natürlich bei Aktien oder Fonds nicht der Fall ist, da diese Produkte keine begrenzte Laufzeit haben.

Ein weiteres Merkmal von fast allen Derivaten besteht darin, dass die Veränderung des Wertes überproportional zur Wertänderung des Basiswertes ist. Was das bedeutet, kann man sich am besten anhand eines Beispiels vergegenwärtigen. Wenn man sich zum Beispiel für einen Optionsschein mit dem Basiswert BMW Aktien entscheidet, dann könnte der Kurs der BMW Aktien innerhalb einer Woche zum Beispiel um drei Prozent steigen. Der Optionsschein wird jedoch mehr als drei Prozent im Wert steigen. Der Grund ist der sogenannte Hebel, der recht typisch für Derivate ist.

Auf diese Weise kann der Kunde mit einem vergleichbar geringen Kapitaleinsatz recht hohe Gewinne erzielen, aber eben auch Verluste erleiden. Grundsätzlich besteht bei nahezu allen Derivaten nämlich die Gefahr, dass das investierte Kapital verloren geht, sodass der Anleger einen Totalverlust erleidet. Daher werden Derivate auch in die höchste Risikoklasse V eingestuft und sind nur für relativ risikofreudige Anleger geeignet, die in dem Fall schon eher als Spekulanten zu bezeichnen sind. Damit man Derivate kaufen kann, ist eine besondere Erklärung gegenüber der Bank notwendig, die sogenannte Termingeschäftsfähigkeit. (er)

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