Erbschaftssteuer durch Vermögensübertragung sparen

– Steuerfreibeträge bei Erbschaftssteuer und Schenkungssteuer berechnen und vergleichen

Wer in Deutschland etwas vererbt bekommt, der muss unter Beachtung bestimmter Freibeträge auch Erbschaftssteuer zahlen. Zwar sind diese Freibeträge, die sich nach dem Verwandtschaftsgrad des Erben richten, relativ hoch. Aber natürlich kann es dennoch sein, dass das Erbe über diese Freibeträge hinausgeht, sodass der Erbe in diesem Fall Erbschaftssteuer zu zahlen hat. Die Höhe der Erbschaftssteuer richtet sich nach der Steuerklasse des Erben und nach der Höhe des Erbes.

Ehegatten haben mit 500.000 Euro allerdings einen sehr hohen persönlichen Freibetrag und auch Kinder können noch von einem persönlichen Freibetrag von 400.000 Euro profitieren. Aber auch dann, wenn das Erbe den jeweiligen persönlichen Freibetrag überschreitet, gibt es dennoch eine Möglichkeit, Erbschaftssteuer auf legalem Weg zu sparen. Diese Möglichkeit muss allerdings bereits vor dem Tode des Vererbenden genutzt werden, da es um eine Schenkung bzw. um eine Vermögensübertragung zu Lebzeiten geht. Zwar gibt es auch eine sogenannte Schenkungssteuer, sodass auch die Übertragung zu Lebzeiten nicht generell steuerfrei erfolgen kann. Allerdings gibt es auch hier Freibeträge, die zum Beispiel bei einem Kind knapp über 200.000 Euro liegen. Das Besondere an dieser Besteuerung besteht jedoch darin, dass der Freibetrag nach zehn Jahren erneut zur Verfügung steht. Wenn der spätere Erblasser also beispielsweise seinem Sohn im Jahre 1990 einen Betrag von 200.000 Euro geschenkt hat, ist die Übertragung aufgrund des Freibetrages steuerfrei.

Überträgt der Vater dem Sohn dann zum Beispiel im Jahre 2001 erneut 200.000 Euro, also mindestens zehn Jahre nach der ersten Schenkung, so ist auch dieser Betrag steuerfrei. Wenn nun mit zum eigentlichen Erbe noch mindestens weitere zehn Jahre vergehen, kann im Prinzip wieder der gesamte Freibetrag genutzt werden, der dem Erben im Zuge der Erbschaftssteuer zusteht. Prinzipiell gibt es bei einem solchen Vorgehen allerdings einige Punkte zu beachten, zumal die Rechtslage nicht immer ganz eindeutig ist. Daher sollte man sich einen fachmännischen Rat einholen, zum Beispiel vom Steuerberater, falls man eine solche Schenkung zu Lebzeiten „in Angriff“ nehmen möchte. Es muss zum Beispiel deutlich werden, dass der Beschenkte das ihm übertragene Gut auch wirklich nutzt. Mitunter kann es daher auch zu Streitfällen kommen, falls dem Sohn zum Beispiel ein Oberklasse-Fahrzeug übertragen wird, welches jedoch nach wie vor nur vom Vater gefahren wird. Wenn man allerdings alle Regeln und Vorgaben beachtet, lässt sich durch eine Übertragung zu Lebzeiten mitunter in nicht unerheblichem Umfang Erbschaftssteuer einsparen. (er)

weitere Artikel
Möglichkeiten der Geldersparnis bei KfW Förderprogrammen

Heutzutage müssen die Verbraucher viele Dinge finanzieren, weil die vorhandenen Geldmittel häufig nicht ausreichen, um das angestrebte Vorhaben verwirklichen zu können. Das beginnt oft bereits beim Studium, das viele Studenten ...weiter

Fördergelder bei der energetischen Modernisierung nutzen

Das Wohneigentum wird in Deutschland durch verschiedene Maßnahmen gefördert. Wer eine Immobilie zum Beispiel gewerblich nutzt, der kann viele Kosten abschreiben, und erhält mitunter auch noch zusätzliche Förderungen vom Land ...weiter

Eigentum kaufen ohne Eigenkapital

Das Wohnen in den eigenen vier Wänden ist für die meisten Deutschen ein wichtiges Lebensziel. Derzeit können sehr viele Menschen dieses Ziel auch deshalb erreichen, weil die Immobilienkredite schon seit ...weiter

Mit dem Darlehensvergleich zum Darlehen ohne Schufa

Die Mehrzahl aller Verbraucher in Deutschland hat keine Schwierigkeiten damit, von der Bank ein Darlehen zu bekommen. Selbst Immobilienkredite mit einer Darlehenssumme von 100.000 Euro und mehr können vieler Bürger ...weiter

Forderungen eintreiben oder verkaufen und abtreten?

Sowohl im privaten als vor allen Dingen auch im gewerblichen Bereich gibt es fast immer die Situation, dass eine Person bzw. ein Unternehmen auf der einen Seite Forderungen gegenüber anderen ...weiter