Ergebnisse von Lebenserwartungsrechnern und Vorsorgeplanung

– Von Kapitalaufbau bis Kapitalverzehr

Ein Lebenserwartungsrechner ermöglicht die Berechnung der wahrscheinlichen Lebenserwartung des Anwenders. Einfache Modelle berücksichtigen lediglich das Geschlecht und den Geburtsjahrgang und errechnen anhand der vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Daten die wahrscheinliche Lebenserwartung. Erweiterte Lebenserwartungsrechner berücksichtigen zusätzlich weitere Risikofaktoren wie das Gewicht, die Ernährungsweise und die sportliche Aktivität sowie bestehende Erkrankungen des Anwenders, so dass ihr Ergebnis besser auf die persönliche Situation eines Nutzers zugeschnitten ist.

Eine sichere Prognose kann ein Lebenserwartungsrechner dennoch nicht bieten, da das tatsächliche Lebensende von zahlreichen zufälligen Faktoren wie einem Unfall, einem Behandlungsfehler bei einer schweren Erkrankung oder einer Vergiftung abhängen kann. Zudem ist eine Weiterentwicklung medizinischer Fähigkeiten in vielen Bereichen wahrscheinlich, so dass niemand sein Todesdatum sicher vorausberechnen kann. Der Psalter rechnet in Psalm 90 mit einer durchschnittlichen Lebensdauer von siebzig bis achtzig Jahren, Glückwünsche zu einem jüdischen Geburtstag drücken aus, dass eine Lebenserwartung von einhundertzwanzig Jahren als Maximalwert gilt. Die von Lebenserwartungsrechnern ermittelten Werte liegen, sofern keine Risikofaktoren zu beachten sind, innerhalb des vom Psalter vorgegebenen Rahmens oder geringfügig darüber. Das Wissen um die eigene Lebenserwartung ist für die private Altersvorsorge wichtig, sofern die Wahl auf Vorsorgeprodukte mit einem eindeutig definierten Auszahlungszeitraum fällt.

Wer sich für einen Spar- und Auszahlungsplan mit Kapitalverbrauch entscheidet, muss kalkulieren können, zu welchem Zeitpunkt das Kapital vollständig verbraucht ist, so dass keine weiteren Zahlungen erfolgen. Die mutmaßliche Lebenserwartung bietet einen wichtigen Anhaltspunkt für die Entscheidung, bis zu welchem Lebensalter das angesparte Vermögen reichen muss. Allerdings bleibt die Unsicherheit bestehen, dass der Versicherungsnehmer älter als von ihm und dem befragten Lebenserwartungsrechner lebt. Wenn ein Auszahlungsplan exakt bis zu dem vorhergesagten Alter kalkuliert wird, steht dem Rentner für den erfreulichen Fall eines länger anhaltenden Lebens kein weiteres Geld aus der privaten Altersvorsorge zur Verfügung. Somit ist es sinnvoll, zu der vom Lebenserwartungsrechner vorhergesagten Lebensdauer ein paar Jahre hinzuzurechnen, so dass der Lebensstandard auch bei einem länger als errechnet andauernden Leben gewahrt bleibt. Falls der Sparer früher als vom Lebenserwartungsrechner vorhergesagt verstirbt, ist das eingezahlte Kapital nicht verloren, sondern steht dessen Erben zur Verfügung. Da ein Lebenserwartungsrechner nur eine unsichere Prognose hinsichtlich der tatsächlichen Lebenserwartung eines einzelnen Menschen abgeben kann, bieten sich für eine sichere Rentenzahlung bis an das Lebensende Produkte ohne Kapitalverzehr oder mit einer zusätzlichen Versicherungskomponente an, so dass die Rentenzahlung zuverlässig während des gesamten Lebens erfolgt. Die Versicherer verwenden den Lebenserwartungsrechner ebenfalls für die Kalkulation ihrer Beiträge. Bezogen auf die durchschnittliche Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung ist ein solcher Rechner tatsächlich aussagekräftig, während mit Bezug auf eine einzelne Person zu viele Unsicherheitsfaktoren verbleiben. (er)

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