Das Festpreisgeschäft beim Wertpapierhandel

– Ordergebühren beim Aktienhandel im Vergleich

Im Bereich des Wertpapierhandels müssen Kunden, die Wertpapiere wie Aktien oder Rentenpapiere kaufen und verkaufen, stets eine Gebühr bezahlen, die meistens als Ordergebühr bezeichnet wird. Diese Gebühr setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen, zum Beispiel aus den Börsengebühren und aus der Provision für die Bank oder den Broker.

Wie hoch diese Gebühren sind, legen die Bank und der Broker selbst fest. Oftmals hängt die Höhe der Ordergebühren auch vom Gegenwert der gehandelten Wertpapiere (Handelsvolumen) ab. Eine Alternative zu diesen umsatzabhängigen Gebühren bzw. generell zu unterschiedlichen Gebühren bei einem Kunden ist das so genannte Festpreisgeschäft. Beim Festpreisgeschäft wird nämlich zwischen der Bank/dem Broker und dem Kunden ein fester Euro-Betrag vereinbart, mit dem dann alle Kosten abgedeckt sind, die im Zusammenhang mit dem Handel der Wertpapiere entstehen könnten. Das Festpreisgeschäft gibt es heute je nach Anbieter in verschiedenen Varianten. So machen manche Banken und Online-Broker zum Beispiel mit dem Kunden nur dann ein Festpreisgeschäft, wenn die Aktien, Fonds oder sonstigen Wertpapiere nicht über die Börse gehandelt werden. Man spricht dann auch vom Direkthandel oder vom außerbörslichen Handel, der mittlerweile bei nahezu allen größeren Anbietern im Wertpapierbereich möglich ist. Teilweise gibt es aber auch Banken und Broker, die ein Festpreisgeschäft auch dann abschließen, wenn die Wertpapiere über die Börse gekauft oder verkauft werden.

Nicht selten nehmen die Banken beim Festpreisgeschäft eine Staffelung vor. So werden dann zum Beispiel Wertpapier-Orders mit einem Gegenwert zwischen 5.000 und 10.000 Euro zu einem Festpreis von acht Euro angeboten, während der Festpreis bei einer Ordergröße zwischen 10.000 und 50.000 Euro dann beispielsweise bei 15 Euro liegt. Für den Kunden hat das Festpreisgeschäft natürlich insoweit einen Vorteil, als dass er vor dem Erteilen des Auftrages genau weiß, welche Kosten auf ihn zukommen. Bei umsatzabhängigen Gebühren ist das nicht in dem Maße der Fall, weil zum Beispiel nicht fest steht, zu welchem Kurs der Anleger die Wertpapiere erhält und wie hoch die Börsengebühren im Detail sein werden. Zudem bietet das Festpreisgeschäft auch eine Art von Verhandlungsmöglichkeit zwischen Bank/Broker und Kunden. Denn wer zum Beispiel sehr häufig handelt und viele Aufträge im Wertpapierbereich erteilt, kann oftmals eine Art Rabatt aushandeln, der zum Beispiel in einem festen Preis für jede Order bestehen könnte. Allerdings sollte man den angebotenen Festpreis für die Order natürlich dennoch mit den umsatzabhängigen Ordergebühren vergleichen, denn nicht immer ist das Festpreisgeschäft für den Kunden auch automatisch die günstigste Alternative. (er)

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