Verwaltungsgesellschaften von Investmentfonds

– Wie viele Gesellschaften verwalten in Deutschland Investmentfonds?

Investmentfonds können kurzfristig, mittelfristig, oder auch langfristig angelegt werden. Die Investition in Fonds kann in offene Investmentfonds und in geschlossene Investmentfonds erfolgen.

Offene Investmentfonds
Eine Form der Geldanlage sind die offenen Investmentfonds, die kurz auch nur als Fonds bezeichnet werden. Hier sammelt die Investmentgesellschaft das Geld der Kapitalanleger, legt es in einem Investmentfonds zusammen und investiert es in mehreren unterschiedlichen Anlagebereichen. Die Zahl der Anteilscheine und das Fondsvermögen sind nicht begrenzt. Weil die Anteilscheine an jedem Börsentag gehandelt werden können, wird das Anlagerisiko durch die Streuung in Anlagezielen wie festverzinsliche Wertpapiere, Aktien und Immobilien, oder am Geldmarkt reduziert. Der Anleger wird durch den Kauf von Investmentfondsanteilen Miteigentümer am Fondsvermögen und hat ein Recht auf Anteilsrückgabe zum Rücknahmepreis und einen Anspruch auf Gewinnbeteiligung.

Geschlossene Investmentfonds
Geschlossene Investmentfonds können als Gegenstück zu den offenen Investmentfonds bezeichnet werden. Die Möglichkeit, jederzeit Anteile handeln zu können unterliegt Einschränkungen, die Investition muss in einem bestimmten Platzierungszeitraum erfolgen, und die Rückgabe der Anteile ist nicht möglich. Merkmale zur Unterscheidung von Investmentfonds: Tradingfonds haben keinen Ausgabeaufschlag, doch sind bei ihnen höhere Verwaltungskosten üblich. Bei den so genannten Classicfonds ist hingegen ein Aufschlag von 5-6 % zu berücksichtigen.

Die Depotbanken
Depotbanken sind in Deutschland Kreditinstitute, bei welchen Sondervermögen wie Wertpapiere von Investmentfonds hinterlegt werden. Eine Kapitalanlagegesellschaft darf nach dem Investmentgesetz das anvertraute Fondsvermögen nicht selbst verwahren, sondern es muss bei einer Bank deponiert werden, die von der Kapitalanlagegesellschaft unabhängig ist. Zu diesen Gesellschaften gehören besonders die Institute, die einen Fonds auflegen und veräußern. Durch diese Hinterlegung des Sondervermögens bei einer nicht abhängigen Bank ist eine eindeutige Trennung von Fondsvermögen und Gesellschaftsvermögen gesichert. Auch durch eine Insolvenz der Kapitalgesellschaft oder durch Veruntreuung geht das Fondsvermögen somit nicht verloren und wird auch nicht geschmälert. Jedes zugelassene Kreditinstitut kann als Depotbank auftreten. Auch die Fondgesellschaft darf eine Reihe von Geschäften durchführen.

Hat die Depotbank zugestimmt, kann sie Kredite aufnehmen. In Deutschland gab es letztes Jahr ungefähr 70 Banken, die als Depotbanken aktiv waren und die Investmentfonds verwalteten. Erfüllt die Depotbank ihre Pflichten nicht ordnungsgemäß, kann die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht der Fondsgesellschaft anordnen, die Depotbank zu wechseln. Die Aufgaben von Depotbanken sind Kontrollfunktionen über die Fondsgesellschaften und die Verwaltung des Fondsvermögens. Beispielsweise sind das die Berechnungen der Anteilscheinpreise und die Marktgerechtigkeitsprüfung, ob die Geschäfte des Fonds zu den üblichen Kursen durchgeführt worden sind.

Depotgebühren und rechtliche Grundlagen
Die Banken erheben für die Bereitstellung ihres Wertpapierdepots üblicherweise Depotgebühren. Die Staffelung richtet sich meistens nach der Art und der Höhe der Bestände. Es gibt einige Fondsgesellschaften und Direktbanken bei denen die Führung des Depots kostenfrei ist. Alle Banken müssen aber als Rechtsgrundlage für die Führung ihres Depots das Depotgesetz beachten.

Die bekanntesten Depotbanken
Kleinere Anleger sind bei der Deutschen Bank, der Postbank und der DAB Bank gut aufgehoben. Sollen größere Summen angelegt werden, sind Ing- Diba, Maxblue und die Postbank als Anbieter günstig. Bei der DAB Bank ist die Depotführung für Privatpersonen kostenlos. Sie wurde im Mai 1994 gegründet und war erster Direct Broker in Deutschland. ING-DiBa ist in Frankfurt am Main ansässig und hat die Spitzenposition in Deutschland und Europa als Direktbank. Das Tochterunternehmen der niederländischen ING Groep agiert als Finanzkonzern weltweit und hat in 50 Ländern ungefähr 120.000 Mitarbeiter. Die Citibank hat als Depotbank für Privatkunden mit der Citibank Privatkunden AG & Co ihren Hauptsitz in Düsseldorf. Seit September 19991 firmiert sie unter dem Namen Citibank, nachdem sie die KKB und deren Kundenstamm übernommen hatte. Die Deutsche Postbank AG hat ihren Sitz in Bonn und ist seit der Reform 1989 mit dem Poststrukturgesetz eine deutsche Geschäftsbank. Sie ist Hausbank der Deutschen Post und beschäftigte im letzten Jahr rund 22.000 Mitarbeiter. (er)

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