Fremdkapitalquote und Eigenkapitalquote der Baufinanzierung

– Finanzierungsbedarf bei der Baufinanzierung berechnen

Bei einer Baufinanzierung spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle, wenn es unter anderem darum geht, welchen Zinssatz die Bank für den zu vergebenen Kredit veranschlagen wird. Darüber hinaus sind es insbesondere im Bereich der Immobilienfinanzierung zahlreiche Fachbegriffe, von denen der Kreditnehmer durchaus schon einmal etwas gehört haben sollte. Zwei sicherlich sehr wichtige Begriffe sind in diesem Zusammenhang die Fremdkapitalquote und die Eigenkapitalquote.

Das Eigenkapital spielt nämlich unter anderem bei der Findung des Zinssatzes eine sehr wichtige Rolle. Viele Banken sind bei einer relativ hohen Eigenkapitalquote dazu bereit, das Hypothekendarlehen zu einem vergleichsweise günstigen Zinssatz zu vergeben. Kann der Kunde hingegen nur wenig oder gar kein Eigenkapital in die Finanzierung einbinden, so muss er mit einem deutlich höheren Zinssatz rechnen. Was aber bedeuten nun Fremdkapitalquote und Eigenkapitalquote im Detail? Um zu erläutern, was unter der Fremdkapitalquote und Eigenkapitalquote verstanden wird, kann man sich am besten ein Beispiel aus dem Bereich der Baufinanzierung ansehen. Angenommen, ein Kunde möchte ein Haus zu einem Preis von 250.000 Euro kaufen. Zu diesem Kaufpreis kommen dann noch diverse Nebenkosten, die in der Summe im Beispiel 30.000 Euro betragen sollen. Die gesamten Kosten, die auf den Kunden zukommen, belaufen sich also auf 280.000 Euro.

Diese 280.000 Euro stellen gleichzeitig den gesamten Finanzierungsbedarf dar. Im Folgenden wird nun geschaut, ob der Kunde Eigenkapital besitzt, welches diesen gesamten Kapitalbedarf zu einem gewissen Teil abdecken kann. Unter Eigenkapital werden beispielsweise Sparguthaben oder auch Wertpapierbestände verstanden, die liquidierbar sind und somit in die Finanzierung eingebunden werden können. Im Beispielfall verfügt der Kunde insgesamt über Eigenkapital in Höhe von 40.000 Euro. Stellt man nun den Gesamtfinanzierungsbedarf von 280.000 Euro dem Eigenkapital von 40.000 Euro gegenüber, so lässt sich daraus sowohl die Eigenkapital- als auch die Fremdkapitalquote errechnen.

Das Eigenkapital macht nämlich exakt ein Siebtel des gesamten Finanzierungsbedarfs aus, sodass sich die Eigenkapitalquote auf knapp 15 Prozent beläuft. Bei einer Eigenkapitalquote von rund 15 Prozent ergibt sich automatisch eine Fremdkapitalquote von 85 Prozent. Im Bereich der Baufinanzierung wäre dies noch nicht die optimale Eigenkapitalquote, die zahlreiche Banken von ihren Kreditnehmern fordern. Die optimale Eigenkapitalquote liegt nämlich je nach Bank zwischen 20 und 30 Prozent. Im Beispielfall musste der Kunde also mindestens 56.000 Euro an Eigenkapital aufbringen, damit diese optimale Quote erreicht werden kann.

(er)

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