Gebühren und Zinsen der Verbraucherkredite im Vergleich

– Verbraucherkredit unterliegt strengen Auflagen

Millionen Deutsche haben bereits ein Darlehen aufgenommen oder streben in naher Zukunft an, einen Kredit zur Finanzierung zu nutzen. Im Allgemeinen wird von sogenannten Verbraucherkrediten gesprochen, wenn es sich um Darlehen handelt, die von Banken an Privatpersonen vergeben werden. Zu den klassischen Verbraucherkrediten gehören insbesondere der Baukredit, der Ratenkredit oder auch der Dispositionskredit, der auf dem Girokonto eingeräumt wird.

Was viele Verbraucher gar nicht wissen, ist, dass ein Verbraucherkredit strengen Auflagen unterliegt. Zunächst einmal darf natürlich nicht jedes Unternehmen ein solches Darlehen vergeben, sondern in aller Regel ist dies ausschließlich den Kreditinstituten vorbehalten. Zwar gibt es beispielsweise auch bei Händlern die Möglichkeit, eine Ratenfinanzierung vorzunehmen, jedoch handelt es sich dabei nicht zwingend um einen klassischen Verbraucherkredit. In diesem Fall wird nämlich keine Darlehenssumme ausgezahlt, sondern die Ratenfinanzierung dient ausschließlich dazu, den Kauf bestimmter Waren zu finanzieren. Der klassische Verbraucherkredit tritt in der Praxis sicherlich am häufigsten in Form eines Ratenkredites auf. Insbesondere seitens des Verbraucherkreditgesetzes gibt es zahlreiche Auflagen, die der Kreditgeber in diesem Zusammenhang erfüllen muss. Zu den wohl bekanntesten Vorschriften gehört, dass die Banken mittlerweile bereits seit vielen Jahren die Gesamtkosten des jeweiligen Darlehens angeben müssen. Um für den Kreditnehmer auf einen Blick erkennbar zu machen, wie hoch die Kosten beim jeweiligen Darlehen sein werden, ist die Angabe eines Effektivzinses erforderlich.

Die dazu passende Vorschrift ist die Preisangabenverordnung, nach der sämtliche Banken dazu verpflichtet sind, bei jedem Verbraucherkredit den Effektivzinssatz zu nennen. Dieser Zinssatz stellt einen wichtigen Unterschied zum Nominalzins dar, denn dieser beinhaltet nicht alle Kosten, sondern nennt ausschließlich den reinen Zins, den der Kreditnehmer zu zahlen hat. Beim Effektivzins ist es hingegen so, dass dieser zusätzlich noch die stattfindende Tilgungsverrechnung und auch eventuelle Bearbeitungsgebühren enthält, falls diese von der Bank veranschlagt werden. Neben der Angabe der Effektivzinsen gibt es noch zahlreiche weitere Vorschriften, die Banken im Zusammenhang mit der Vergabe von Verbraucherkrediten einhalten müssen. Dazu zählt nicht zuletzt auch, dass der Zinssatz nicht beliebig hoch sein darf, sondern es gibt durchaus gewisse Grenzen, die nicht überschritten werden sollten.

So werden beispielsweise alle Zinsen, die mehr als doppelt so hoch wie der aktuelle Durchschnitt aller Angebote und gewöhnlichen Zinsen in diesem Bereich sind, als „Wucher“ bezeichnet, und sind damit nicht zulässig. Darüber hinaus ist es nach neuester Rechtsprechung so, dass Banken bei einem Verbraucherkredit keine Bearbeitungsgebühren berechnen dürfen. Tun sie dies dennoch oder haben es in der Vergangenheit bzw. genauer gesagt in den letzten zehn Jahren getan, so haben Kunden die Möglichkeit, dagegen vorzugehen und die zu Unrecht gezahlten Gebühren wieder zurückzufordern. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Verbraucherkredit besonderen Schutzvorschriften unterliegt, die natürlich dazu dienen sollen, dass der Verbraucher genau informiert ist, was die Konditionen im Zusammenhang mit dem jeweiligen Kredit angeht. (er)

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