Gesetzliche und private Versicherungsleistungen bei Berufsunfähigkeit

– Unterschied zwischen Grundfähigkeitsversicherung und Berufsunfähigkeitsversicherung

Es gibt einige Versicherungen, die im Bereich der privaten Versicherungen ganz besonders wichtig sind. Dabei handelt es sich in erster Linie um solche Versicherungen, durch die sogenannte existenzbedrohende Risiken abgesichert werden können. Unter existenzbedrohende Risiken versteht man solche Gefahren, deren Folgen den Betroffenen in den finanziellen Ruin stürzen können.

Eines der größten finanziellen Risiken ist sicherlich der Verlust der Arbeitskraft, da dieser mit dem Wegfall des Einkommens verbunden ist. Es gibt mehrere Ursachen, die zum Verlust der Arbeitskraft führen können, wobei Krankheit und Unfall an erster Stelle zu nennen sind. Daher zählen neben der Privathaftpflichtversicherung auch solche Versicherungen zu den wichtigsten privaten Versicherungen, die derartige Risiken abdecken. Neben der privaten Unfallversicherung ist hier sicherlich an erster Stelle auch die Berufsunfähigkeitsversicherung zu nennen. Darüber hinaus gibt es noch eine andere Versicherungsvariante, die in den letzten Jahren immer häufiger zu einer Alternative zur Berufsunfähigkeitsversicherung geworden ist, nämlich die Grundfähigkeitsversicherung.

Doch worum handelt es sich bei den jeweiligen Versicherungen im Detail eigentlich, was wird abgesichert und worin liegen die Unterschiede zwischen diesen zwei Versicherungsvarianten? Die Berufsunfähigkeitsversicherung dürfte zunächst einmal nahezu jedem Verbraucher inzwischen ein Begriff sein. Wie schon der Name sagt, handelt es sich dabei um eine Versicherung, mit der das Risiko der Berufsunfähigkeit bzw. deren negative finanzielle Folgen abgesichert werden kann. Die Leistung dieser Versicherung besteht in erster Linie darin, dem Versicherten eine Berufsunfähigkeitsrente zu zahlen, falls dieser berufsunfähig geworden ist. Ob ein Unfall oder eine Krankheit die Ursache der Berufsunfähigkeit ist, spielt in diesem Zusammenhang keine Rolle. Da die Aufnahmekriterien der Versicherer gerade bei der Berufsunfähigkeitsversicherung relativ streng geworden sind, und auch nicht wenige Anträge abgelehnt werden, müssen sich immer mehr Verbraucher nach einer Alternative umschauen.

Die Grundfähigkeitsversicherung kann eine solche Alternative sein, auch wenn sie einen etwas anderen Schutz als die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet. Bei dieser Versicherung ist nämlich nicht das Risiko der Berufsunfähigkeit abgesichert, sondern das Risiko, dass der Versicherte eine schwerere Krankheit hat oder eine wichtige Körperfunktion verliert. Diese wichtigen Körperfunktionen werden auch als Grundfähigkeiten bezeichnet, die nahezu jeder Mensch über diese Fähigkeiten verfügt. Zu den Grundfähigkeiten gehören zum Beispiel Sehen, Hören, Greifen, Riechen, Laufen oder Sprechen. Verliert ein Versicherter eine dieser Grundfähigkeiten, sei es aufgrund eines Unfalls oder einer Erkrankung, so tritt die Versicherung mit ihrer Leistung ein. Diese besteht in der Regel aus Zahlung einer Grundfähigkeitsrente. Ob der Verlust der Grundfähigkeit allerdings zur Berufsunfähigkeit führt oder nicht, spielt bei dieser Versicherung keine Rolle. (er)

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