Höhe der Performancegebühr beim Fonds-Investment

– Erfolgsabhängige Vergütung für den Fondsmanager

Mit der Performance-Gebühr erheben viele Fonds zusätzlich zur Managementgebühr auch eine erfolgsabhängige Vergütung. Damit soll eine besondere Performance, die so genannte Out-Performance des Fondmanagements angeregt und belohnt werden. Auf den ersten Blick erscheint das plausibel. Selbst der Anleger ist bereit, bei einer besonders guten Rendite weit über dem Durchschnitt das Fondsmanagement an dem Gewinn überproportional teilhaben zu lassen.

Performance-Gebühren belaufen sich nicht selten auf stolze 20 - 25 Prozent. Die Idee ist richtig. Der Fondsmanager soll alles daran setzen, die Rendite der Fonds zu erhöhen. Je besser ihm dies gelingt, umso mehr soll auch er selbst daran verdienen. Ihren Ursprung hat die Performance-Gebühr bei den Hedge-Fonds. Hier ist das Risiko in einem engen Markt groß, dass Fonds geschlossen werden. Die Entlohnung des Fondsmanagements ist daher äußerst unsicher. Aus diesem Grund wurde hier schon früh eine Performance-Gebühr eingeführt, die die Fixkosten des Managements decken soll. Die Performancegebühr birgt aber auch Risiken. Durch sie wird der Fondsmanager dazu verleitet, risikoreich zu agieren, um eine höhere Rendite zu erzielen. Das Problem: Gerade wenn der Fonds unterdurchschnittlich performt, ist der Manager bereit, immer größere Risiken einzugehen. Zu verlieren hat er schließlich nichts, der Anleger hingegen alles. Bei einem Verlust haftet er nämlich allein. Das Fondsmanagement wird nur im Erfolgsfall beteiligt, für Verluste haftet es nicht. Die Performancegebühr kann also dazu beitragen, dass das Risiko der so gemanagten Fonds deutlich ansteigt.

Seriöse Fondsmanager raten Anlegern deshalb von Fonds mit einer Performance-Gebühr ab, solange sich diese nicht auch an Verlusten beteiligen. Sie befürchten, dass viele ihrer Kollegen sich ansonsten zu riskanten Anlagen hinreißen lassen, um ihre eigenen Einkünfte aufzubessern. Sie liefen Gefahr, dabei das Wohl des Fonds und seiner Anleger aus den Augen zu verlieren. Solange es für den Fondsmanager persönlich keine Konsequenzen habe, wenn der Fonds minus fünf Prozent, minus 12 Prozent oder plus fünf Prozent Rendite bringe, sei eine Performance-Gebühr kein seriöses Management-Instrument. Weiterhin birgt die Berechnungsweise der Performancegebühr Unsicherheiten. Zwar erfolgt die Berechnung heute ausnahmslos nach dem High Water Mark Prinzip. Der Anleger muss für eine Überperformance nur einmal zahlen. Festgelegt wird dazu eine besondere Renditeschwelle, die Hurdle Rate, bei deren Überschreiten die Performancegebühr fällig wird. Manche Fonds berechnen die Performance-Gebühr pro Quartal oder sogar pro Monat.

Damit erhöhen sie die Performance-Gebühren unrechtmäßig über Gebühr. Seriöse Fonds hingegen berücksichtigen für ihre Berechnung lediglich die bei Jahresabschluss erzielten Wertsteigerungen im Vergleich zum Vorjahr. Skeptisch sollte der Anleger sein, wenn die Renditeschwelle zu niedrig angesetzt wird. Dann muss er zu häufig eine zusätzliche Performance-Gebühr in beachtlicher Höhe zahlen. Oft werden als Vergleich auch Fonds herangezogen, die aufgrund der Anlagestruktur voraussichtlich schlechter performen. So wird die Wertsteigerung des eigenen Fonds geschönt, die Performance-Gebühr wird schneller fällig. Die mit einer Performance-Gebühr zu erzielenden zusätzlichen Vergütungen sind für die Fondsgesellschaften äußerst lukrativ. Sie sind so lukrativ, dass man zu Recht befürchten muss, dass das Fondsmanagement alles daran setzt, um dieses Ziel mit welchen Mitteln auch immer zu erreichen.

Doch es gibt durchaus auch seriöse Fonds, die eine Performance-Gebühr verlangen, um damit ein qualitativ noch besseres Management für den Fonds bezahlen zu können. Für den Laien ist dies aber schwer zu durchschauen. Hier helfen nur unabhängige Berater bei der Auswahl. Banken und Kreditinstitute sind an zu vielen Fonds selbst beteiligt, als dass sie den Privatanleger in diesem Punkt offen und unabhängig beraten könnten. Generell sollten Anleger bei Fonds mit einer Performance-Gebühr Vorsicht walten lassen. Schließlich wissen sie nie, welche Kosten letztendlich auf sie zukommen werden. Damit ist eine Renditeberechnung im Vorfeld nicht möglich. Ein Vergleich mit anderen Fonds wird somit erschwert. Im Sinne weiterer Kostentransparenz in der Geldanlage ist die Performance-Gebühr also gerade für den Kleinanleger nicht hilfreich. (er)

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