Kurzfristige oder langfristige Kredite

– Welche Faktoren bei der Kreditlaufzeit eine entscheidende Rolle spielen

Verallgemeinert lässt sich feststellen, dass kurzfristige Kredite zinsgünstiger sind als langfristige Kredite. Dabei bezeichnet das Wort "kurzfristig" in erster Linie nicht die Laufzeit des Kredites sondern die Zinsbindungsdauer - die Dauer, für die der Zinssatz für ein Darlehen festgeschrieben ist. Wer sich für eine längere Zinsbindungsdauer entscheidet, ist länger vor Marktzinsänderungen geschützt. Wer heute kurzfristig finanziert und beispielsweise nach 2 Jahren eine Anschlussfinanzierung sucht, kann ein böses Wunder erleben, wenn sich die Zinsen drastisch nach oben entwickelt haben.

Gleichzeitig kann aber auch das Zinsniveau gesunken sein, so dass der Kunde einen Vorteil dadurch hat, dass er sich anfangs für eine kurzfristige Finanzierung entschieden hat. Die Entscheidung des Kunden für eine bestimmte Zinsfestschreibung ist hier eher spekulativ und sollte gut überlegt sein. Die Sicherheit, mit einer längerfristigen Zinsbindung vor kurz- bis mittelfristigen Zinsänderungen geschützt zu sein, muss der Kunde mit einem Zinsaufschlag bezahlen. Im Bereich der privaten Baufinanzierung liegt der Zins für eine Zinsfestschreibung von 10 Jahren ja nach Anbieter 5-10 Prozentpunkte über dem Zins für eine Zinsfestschreibung von 5 Jahren. Die Differenz zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Zinsfestschreibungen ist derzeit nicht sehr hoch, so dass man von einer "flachen Zinskurve" spricht.

Ergänzend zu dem "Laufzeit-Zuschlag" sollte der Kunde sich das allgemeine aktuelle Zinsniveau anschauen. Momentan sind beispielsweise die Zinsen für ein privates Baudarlehen sehr niedrig. Ein weiterer Zinsrückgang in den nächsten Jahren ist daher unwahrscheinlich - eher zieht das Zinsniveau wieder an. Vor diesem Hintergrund sollte genau überlegt werden, ob die Entscheidung für eine kurzfristige Zinsfestschreibung fällt, obwohl das Kapital insgesamt längerfristig benötigt wird. Neben dem Zinsniveau spielt jedoch noch ein weiterer Faktor eine entscheidende Rolle, wenn es um die Länge der Zinsfestschreibung geht: Nach dem deutschen Kreditrecht können Darlehen am Ende der Zinsfestschreibung ohne Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung gekündigt werden.

Wer sich für eine Zinsbindung von 10 Jahren entscheidet, muss sich vergegenwärtigen, dass er innerhalb dieser Laufzeit das Darlehen nur gegen Entrichtung eines zusätzlichen Entgeltes zurückzahlen kann - was beim Verkauf der Immobilie oder bei plötzlichem Geldsegen sehr ärgerlich sein kann. Kurzfristfinanzierer können da entspannter sein und ihren Kredit nach dem Ende jeder - in diesem Falle kurzen - Zinsfestschreibungsperiode ohne weitere Kosten zurückzahlen. (er)

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