Kürzungskredit auf dem Girokonto vereinbaren

– Disporahmen und Dispokredit mit der Bank vereinbaren

Millionen Bundesbürger nutzen bei ihrer Bank nicht nur ein Girokonto, sondern nehmen seit Jahren die Möglichkeit wahr, das Konto von Zeit zu Zeit überziehen zu können. Da eine mit der Bank nicht vereinbarte Überziehung mit sehr hohen Überziehungszinsen verbunden ist, ist es in der Regel deutlich sinnvoller, zuvor mit dem Kreditinstitut einen Dispositionskredit zu vereinbaren. Die meisten Banken stellen einen solchen Kredit auch ohne Probleme zur Verfügung, falls der Kunde zum einen über ein regelmäßiges Einkommen verfügen kann und er zum anderen nichts dagegen hat, dass die Bank eine SCHUFA-Auskunft einholt, die zudem positiv sein sollte.

Während der Dispositionskredit sich vor allem durch seine Flexibilität und durch die Tatsache auszeichnen kann, dass der in Anspruch genommene Betrag nicht bis zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückgezahlt werden muss, gibt es sicherlich auch einige Nachteile zu nennen. Ein erster Nachteil sind die relativ hohen Zinsen, die beim Dispositionskredit anfallen. Denn durchschnittlich müssen Kontoinhaber mehr als zehn Prozent im Jahr bezahlen, falls sie ihren Dispokredit in Anspruch nehmen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass es eben keine feste Rückzahlungsvereinbarung gibt. Auf diese Weise kommt es in der Praxis relativ häufig vor, dass Kunden den Dispositionskredit über viele Jahre hinweg beanspruchen, obwohl dies aus finanziellen Gründen eigentlich gar nicht notwendig wäre. Im Klartext heißt das: Viele Kontoinhaber könnten ihr Girokonto bereits seit längerer Zeit ausgeglichen haben, jedoch haben sie sich einfach an die Nutzung des Dispositionskredites gewöhnt.

Diese Vorgehensweise ist ziemlich unwirtschaftlich, denn immerhin fallen bei einer durchschnittlichen Inanspruchnahme von 3.000 Euro mehr als 300 Euro Zinsen im Jahr an. Nur wenige Kunden schaffen es, so viel Selbstdisziplin aufzubringen, dass sie ihr Konto nach und nach ausgleichen. Es gibt in dem Zusammenhang jedoch eine Hilfe, welche die Kontoinhaber nutzen können. Nicht wenige Banken bieten nämlich einen sogenannten Kürzungskredit an, der in Verbindung mit dem Dispositionskredit steht. Es handelt sich beim Kürzungskredit nicht um ein separates Darlehen, sondern im Prinzip um eine Rückführungsvereinbarung, die sich auf den Dispositionskredit bezieht.

Wer beispielsweise einen Dispositionskredit in Höhe von 5.000 Euro zur Verfügung hat und das Konto fast immer mit diesem Betrag überzogen hat, der könnte mit seiner Bank zum Beispiel einen Kürzungskredit vereinbaren. Dieser Kürzungskredit könnte dann beispielsweise beinhalten, dass der Dispositionskredit jeden Monat um 200 Euro reduziert wird. Nach einem halben Jahr stünde dem Kunden dann nicht mehr einen Dispositionskredit von 5.000 Euro, sondern nur noch in Höhe von 3.800 Euro zur Verfügung. Auf diese Weise könnte das Girokonto dann im Laufe der Zeit vollständig zurückgeführt werden, sodass das Konto nach rund zwei Jahren ausgeglichen wäre. Der Kürzungskredit kann also durchaus dabei helfen, die fehlende Selbstdisziplin durch eine Art „Zwangsrückführung“ zu ersetzen. (er)

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