Liquidationskurs bei nicht erfüllten Termingeschäften

– Definition und Beispiel von Termingeschäften an der Börse

Während mittelfristig oder langfristig orientierte Anleger sich im Bereich der Wertpapiere vorrangig für Fonds oder Aktien entscheiden, gibt es darüber hinaus zahlreiche Verbraucher, die eher kurzfristig orientiert sind und beim Investment durchaus bereit sind, ein höheres Risiko einzugehen. Für solche Kunden eignen sich nicht unbedingt Aktien oder Anleihen, sondern es sind vor allem Derivate, die in diesen Fällen bevorzugt werden. Die meisten Derivate fallen in den Bereich der Termingeschäfte, was sowohl für Optionen als auch für Futures zutrifft.

Von einem Termingeschäft wird immer dann gesprochen, wenn das jeweilige Geschäft zwar in dem Sinne in der Gegenwart stattfindet, allerdings erst an einem zukünftigen Termin erfüllt werden muss. Optionen sind diejenigen Derivate, die im Zuge der Termingeschäfte sicherlich von Privatkunden am häufigsten genutzt werden. Eine Option funktioniert auf der Basis, dass sie sich stets auf einen Basiswert bezieht, beispielsweise auf eine Aktie. Der Kunde kauft dann beispielsweise eine Option mit dem Basiswert Deutsche Telekom (Aktien), die eine Laufzeit von zum Beispiel fünf Monaten hat. Während dieser Laufzeit werden die Optionen an der Terminbörse gehandelt, ähnlich wie es auch bei Aktien der Fall ist, die allerdings am Kassamarkt gehandelt werden. Der Käufer einer Option verspricht sich davon, dass der Kurs des Basiswertes möglichst innerhalb der Optionslaufzeit steigt, denn dann können Kursgewinne erzielt werden.

Nur selten wird die Option ausgeübt, sondern meistens ist es der Handel mit dem Wert der Option, der zu Gewinnen oder Verlusten führt. Doch was passiert eigentlich, wenn der Inhaber der Option diese bis zum Ende der Laufzeit hält und nicht zuvor verkauft? Die Option wird zu einem bestimmten Termin fällig, dem sogenannten Liquidierungsdatum. An diesem Tag erhält der Kunde im Prinzip vom Emittenten der jeweiligen Optionen einen Gegenwert, falls noch ein Wert vorhanden ist.

Und genau darin besteht auch das Risiko der Option, denn sollte sich der Kurs des Basiswertes ungünstig entwickelt haben, so kann es durchaus vorkommen, dass die Option praktisch wertlos geworden ist. Der Inhaber würde in einem solchen Fall teilweise nur noch wenige Cent erhalten, denn der vom Emittenten festgestellte Liquidationskurs ist dann extrem niedrig. Grundsätzlich handelt es sich beim Liquidationskurs bei nicht erfüllten Termingeschäften um denjenigen Kurs, der am Fälligkeitsdatum der Option vom Emittenten gezahlt wird. (er)

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