Steueranpassung bei Lohnsenkung

– In Zeiten von Lohnsenkung Steuerfreibeträge voll ausschöpfen

Längere Arbeitszeiten, schlechtere Arbeitsbedingungen und oft auch noch drastische Lohnsenkungen sind heute die Maßnahmen, die Arbeitgeber anwenden um ihren Zielkorridor zu erreichen und dreistellige Millionensummen im Jahr einzusparen. Durch den Eintrag von allen zustehenden Freibeträgen in die Steuerkarte können die Beschäftigten ihr Nettoeinkommen wenigstens zum Teil wieder ausgleichen. Nach einem Antrag beim zuständigen Finanzamt werden die berechtigten Freibeträge in den Lohnsteuerkarten vermerkt.

Sie werden von der Behörde eingebracht, wenn die Arbeitnehmer außergewöhnliche Belastungen, Sonderausgaben oder erhöhte Werbungskosten haben. Die Summe dieser Aufwendungen muss aber einen Betrag von 600 € überschreiten. Bei dem Anspruch auf einen Behinderten-Pauschbetrag, bei negativen Einkünften aus Kapitalvermögen und bei dem Anspruch auf einen Kinderfreibetrag werden diese Beträge ohne Beschränkung in den Lohnsteuerkarten vermerkt. Bei Steuerklasse IV kann zusätzlich ein Freibetrag bis zum Eingangsbetrag der Lohnsteuertabelle abgesetzt werden.

Voraussetzungen für den Ausbildungsfreibetrag

Vom gesamten Betrag der Einkünfte werden 924 € im Jahr abgezogen, wenn die Person volljährig ist, sich in einer Berufsausbildung befindet und das 26. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Das Kind muss auswärtig wohnen und ein Anspruch auf den Kinderfreibetrag oder Kindergeld beim Antragsteller bestehen, Die eigenen Bezüge und Einkünfte des Kindes werden bei diesem Freibetrag aber negativ angerechnet. Auch die Zuschüsse aus den öffentlichen Kassen, die nicht als Darlehen gezählt werden gehören dazu. Sie müssen aber einen Betrag von 1848 € im Jahr übersteigen, um eine Minderung auszulösen. Können nicht höhere Aufwendungen im Zusammenhang mit diesen Einnahmen nachgewiesen werden, sind aus Gründen der Vereinfachung bei den anzurechnenden Bezügen inklusive der Ausbildungsbeihilfen insgesamt 180 € im Kalenderjahr abzuziehen.

Der Sparerfreibetrag

Zur Freistellung bei Kapitalerträgen steht den Antragstellern ein Betrag von 750 € zur Verfügung. Der Sparerfreibetrag ist aber nicht identisch mit dem Freibetrag, der bei Kapitalerträgen genutzt werden kann. Dieser umfasst zusätzlich die Werbungskostenpauschale von 1602 € für Verheiratete und die Hälfte für ledige Arbeitnehmer.

Der Behindertenpauschbetrag

Ist beim Antragsteller ein Grad der Behinderung von mindestens 50% festgestellt, können 570 € bis 1060 € bei der Berechnung der Steuern vom Bruttoeinkommen abgezogen werden. Der Betrag wird für die außergewöhnlichen Belastungen, die einem behinderten Menschen entstehen vom zuständigen Finanzamt angerechnet. Auch Personen, die mindestens 25 % als Grad der Behinderung nachweisen, können einen Freibetrag von 310 € bis 430 € in die Steuerkarte eintragen lassen, wenn ihnen wegen dieser Behinderung Renten oder andere stetige Bezüge nach gesetzlichen Vorschriften zustehen. Das gilt auch bei einer dauernden Einbuße von der Beweglichkeit und bei der Feststellung von einer Berufskrankheit. Bei hilflosen Menschen und für Blinde wird die Summe auf 3700 € erhöht.

Die Eintragung des Haushaltsfreibetrag

Sind Arbeitnehmer unbeschränkt einkommenssteuerpflichtig und haben ein Kind in einer inländischen Wohnung angemeldet, können sie als Alleinstehende 2340 € als Haushaltsfreibetrag absetzen. Es muss aber ein Anspruch auf den Kinderfreibetrag oder auf Kindergeld bestehen. Erfüllt auch ein Großelternteil diese Voraussetzungen, wird auch ihm dieser Betrag gewährt.

Kinderfreibeträge in der Lohnsteuerkarte

Für Eltern mit einem relativ hohem Einkommen lohnt es sich, auf das Kindergeld zu verzichten und diese Option in die Steuerkarte eintragen zu lassen. Dieser Sammelfreibetrag für die Erziehung, Betreuung und Ausbildung der Kinder ist dann oft höher als das Kindergeld, wenn er vor der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens abgezogen wird. Das Kindergeld wird aber hier bei der Einkommenssteuer hinzugerechnet. Für jeden Elternteil beträgt er 1824 € und wird zu gleichen Voraussetzungen gewährt wie das Kindergeld. Der Eintrag des Kinderfreibetrags findet auch statt, wenn die Kinder nicht bei den Eltern wohnen. Auch für im Ausland lebende Kinder wird dieser Freibetrag in die Lohnsteuerkarte eingetragen, jedoch müssen die Eltern hier eine Ermäßigung in Kauf nehmen.
(er)

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