Lohnt sich eine monatliche Zinsgutschrift bei Geldanlagen?

– Bei der Auswahl von Geldanlagen möglichst mehrere Kriterien vergleichen

Bei den Geldanlagen unterscheiden viele Anleger natürlich die unterschiedlichen Angebote vor allen Dingen bezüglich der möglichen Rendite, welche man mit der jeweiligen Anlageform erzielen kann. Ein großer Teil aller Geldanlagen haben Zinsen als einzige Form von Rendite oder als ein Hauptteil der Rendite aufzuweisen, wie zum Beispiel festverzinsliche Wertpapiere, Spareinlagen, Termingelder oder Tagesgeldanlagen.

Besonders beim Tagesgeld werben manche Anbieter mit einer monatlichen Gutschrift der Zinsen, weil der Anleger so auf ideale Weise den so genannten Zinseszinseffekt nutzen könne. Zinseszinseffekt bedeutet in dem Fall, dass die Zinsen dem Kapital zugeschrieben werden und in der nächsten Periode dann nicht nur das ursprüngliche Kapital, sondern auch die zugeschriebenen Zinsen verzinst werden. Insofern ist der Zinseszinseffekt natürlich umso größer, desto öfter die Zinsen gutgeschrieben werden. Die Frage, welche sich nun für viele Anleger stellt ist jedoch, ob sich eine monatliche Zinsgutschrift bei Geldanlagen wirklich lohnt, sodass man nach dem Kriterium eventuell sogar den Anbieter auswählen könnte? Um diese Frage zu beantworten, soll das folgende Rechenbeispiel nähere Informationen liefern. Grundsätzlich muss man zunächst festhalten, dass es natürlich in hohem Maße darauf ankommt, wie hoch die Anlagesumme ist. Dass sich die monatliche Zinsgutschrift bei einer Anlagesumme von einer Millionen Euro deutlich eher lohnt als bei 5.000 Euro ist im Grunde selbsterklärend. Im Beispiel wird eine durchschnittliche Anlagesumme von 20.000 Euro mit drei Prozent verzinst, die Gutschrift der Zinsen erfolgt monatlich. Nach dem ersten Monat erfolgt nun die erste Zinsgutschrift über 50 Euro (20.000 Euro x 3 Prozent : 12 Monate). In der zweiten Periode, also im zweiten Monat, werden nun nicht mehr nur die 20.000 Euro verzinst, sondern 20.050 Euro. Somit ergibt sich eine Zinsgutschrift nach dem zweiten Monat von 50,125 Euro.

Führt man diese Rechnung nun für die restlichen zehn Monate nach dem gleichen Muster weiter, erhält man eine Zinssumme von 608,26 Euro für das gesamte Jahr bei eben dieser monatlichen Zinsgutschrift. Hätte die Gutschrift der Zinsen nun nicht monatlich, sondern beispielsweise am Jahresende, also nur einmal im Jahr stattgefunden, dann läge die Zinssumme bei 600 Euro. Somit ergibt sich durch die monatliche Zinsgutschrift bei einer Anlagesumme von 20.000 Euro lediglich ein Zinsvorteil von rund acht Euro. Wie allerdings schon kurz erwähnt wird dieser Zinsvorteil natürlich immer größer, je höher der Zinssatz und desto höher die Anlagesumme ist. Bei einer Anlagesumme von nicht nur 20.000 Euro sondern beispielsweise zwei Millionen Euro läge der Zinsvorteil schon bei rund 800 Euro im Jahr. Für den „Normalanleger“ ist allerdings dem Beispiel zufolge die monatliche Zinsgutschrift kein so großer Vorteil, dass man von dieser Tatsache eine Entscheidung für oder gegen ein Angebot abhängig machen sollte. (er)

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