Wertpapier Pensionsgeschäfte und deren Erträge

– Wie ist der Begriff Pensionsgeschäft definiert?

Gerade im Finanzbereich gibt es zahlreiche Fachbegriffe, deren Bedeutung dem „normalen“ Bankkunden oftmals nicht klar ist. So verbergen sich hinter den Renten zum Beispiel Anleihen und der sogenannte Forex Trading ist nichts anderes, als der Handel mit fremden Währungen. Auch den Begriff des Pensionsgeschäftes dürften nicht viele Verbraucher kennen. Die gesetzliche Basis für diese Art von Geschäften ist das HGB (Handelsgesetzbuch).

Es handelt sich bei dem Pensionsgeschäft um ein Geschäft zwischen dem so bezeichneten Pensionsgeber und dem Pensionsnehmer. Dabei ist der Pensionsgeber in aller Regel entweder ein Bankkunde oder eine Bank, genauso wie es beim Pensionsgeber der Fall ist. Der Inhalt des Pensionsgeschäftes besteht nun darin, dass der Pensionsgeber bestimmte Vermögenswerte, wie zum Beispiel Wertpapiere, an den Pensionsnehmer überträgt. Im Gegenzug zahlt der Pensionsnehmer für die Übertragung der Vermögenswerte einen vereinbarten Geldbetrag. Die weitere zentrale Eigenschaft des Pensionsgeschäftes besteht darin, dass der Pensionsgeber das Recht oder auch die Pflicht hat, die zuvor übertragenen Wertpapiere bzw. die anderen Vermögenswerte zu einem bestimmten oder auch unbestimmten Zeitpunkt wieder zurückübertragen zu bekommen. Im Zuge der Rückübertragung der Vermögenswerte muss dann natürlich auch das zuvor erhaltene Geld vom Pensionsgeber wieder zurückgezahlt werden.

Nach dem Gesetz werden die Pensionsgeschäfte in sogenannte echte und unechte Pensionsgeschäfte unterteilt. Von einem unechten Pensionsgeschäft wird dann gesprochen, wenn der Pensionsnehmer dazu berechtigt ist, die zuvor erhaltenen Vermögenswerte an den Pensionsgeber zurück zu übertragen. Der Zeitpunkt dieser Rückübertragung kann entweder schon vereinbart sein oder auch erst zukünftig festgelegt werden. Von einem echten Pensionsgeschäft wird hingegen unter der Voraussetzung gesprochen, dass sich der Pensionsnehmer dazu verpflichtet und nicht nur das Recht hat, die Vermögenswerte zum Zeitpunkt X wieder zurückzugeben. Falls es sich um ein solches echtes Pensionsgeschäft handelt, dann ist bilanztechnisch zu beachten, dass die übertragenen Vermögenswerte dennoch in der Bilanz des Pensionsgebers ausgewiesen werden müssen.

Und zwar muss der Pensionsgeber in diesem Fall eine Verbindlichkeit ausweisen, die er gegenüber dem Pensionsnehmer hat, denn immerhin erhält der Pensionsgeber eine bestimmte Geldsumme. Die Übertragung der Wertpapiere bzw. der anderen Vermögenswerte ist also quasi mit einem Kredit zu vergleichen, den der Pensionsnehmer dem Pensionsgeber im Gegenzug gibt. Grundsätzlich muss der Geldbetrag für die Rückübertragung übrigens nicht mit dem ursprünglichen Geldbetrag identisch sein, sondern er kann sowohl höher als auch niedriger sein, wie es auch bei einem „normalen“ Darlehen aufgrund von Zinsen und/oder Gebühren der Fall ist. In der Regel beinhaltet das Pensionsgeschäft die Übertragung von festverzinslichen Wertpapieren, die auch als Renten oder Pensionen bezeichnet werden. Fallen während der Zeit des Pensionsgeschäftes Erträge an (in der Regel Zinserträge oder auch Dividenden), so erhält der Pensionsnehmer diese Erträge. Wirtschaftlich betrachtet bleibt allerdings der Pensionsgeber der Eigentümer der Vermögenswerte.
(er)

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