Was sind Private Equity Fonds?

– Hohe Renditen mit Private Equity Fonds und deren Risiko

Zu den wohl spekulativsten Möglichkeiten für den Anleger, auf welchem Wege dieser sein Kapital in geschlossene Fonds anlegen kann, gehören in jedem Fall die Private Equity Fonds. Warum ist das so und wie funktionieren diese Fonds? Zunächst einmal muss man sicherlich erklären, was unter Private Equity verstanden wird. Während man sich durch den Erwerb von Aktien an einem Unternehmen beteiligen kann, welches an der Börse notiert wird, investiert man im Rahmen des Private Equity in Unternehmen, die noch nicht an der Börse gelistet werden.

Es handelt sich sehr häufig dabei um Unternehmen, die erst seit kurzer Zeit gegründet wurden und daher auch noch nicht die finanziellen Mittel haben, einen Börsengang zu realisieren. Für diese Unternehmen sind private Investoren, wie sie aus dem Bereich Privat Equity kommen, im Grunde die einzige Möglichkeit Kapital für Investitionen und das Ausweiten der Geschäftstätigkeit zu sammeln. Da man solche Unternehmensbeteiligungen nur selten unter einer Anlagesumme von 50.000 Euro durchführen kann, haben sich seit einiger Zeit eben die Private Equity Fonds als geschlossene Fonds gegründet, welche das Kapital verschiedener Anleger sammeln und somit insgesamt mehr Wagniskapital zur Verfügung steht, welche in ein einzelnes Unternehmen investiert werden kann. Das Hauptrisiko dieser Fonds ist darin begründet, dass die Unternehmen, in die das Kapital der Anleger vornehmlich investiert wird, selten bereits am Markt gefestigt sind. Somit besteht also noch ein erhöhtes Risiko, dass die Geschäftsidee sich nicht durchsetzt und das Unternehmen nach einiger Zeit insolvent wird, was für den Anleger einen Totalverlust bedeuten würde.

Einige Private Equity Fonds versuchen allerdings auch, dieses Risiko etwas zu reduzieren, indem nur in Unternehmen investiert wird, die mindestens schon drei Jahre am Markt bestehen, denn ist dieses der Fall, reduziert sich das Insolvenzrisiko deutlich. Neben dem möglichen Totalverlust weisen die Private Equity Fonds aber noch einen anderen Nachteil auf, nämlich die für den Anleger sehr hohen Kosten. Diese können bis zu 25 Prozent betragen, was im Endeffekt bedeutet, von 10.000 Euro, die der Anleger in den Fonds investiert, kommen nur 7.500 Euro auch beim Unternehmen wirklich an. Zusätzlich kommen oftmals noch laufende Kosten hinzu, die im Bereich von jährlich 1,5 bis zu 2,0 Prozent liegen können. Der Fonds muss also im Grunde direkt einen nicht unerheblichen Gewinn erzielen, damit sich das Investment überhaupt rentiert für den Anleger. Ebenfalls wenig erfreulich ist für die Anleger bei den meisten Private Equity Fonds, dass die Laufzeiten relativ hoch sind.

In der Regel legt man sein Kapital für rund 20 Jahre an, wobei eine vorzeitige Verfügung selten vor neun Jahren möglich ist und dann mitunter noch zusätzliche Gebühren anfallen. Aus Sicht des Unternehmens ist diese langfristig Kapitalbindung zwar verständlich und vorteilhaft, aber für den Anleger stellt sie natürlich einen Nachteil und ein erhöhtes Risiko dar, wenn man diesen geschlossenen Fonds mit anderen geschlossenen Fonds vergleicht, wo man in der Regel bereits ab fünf Jahren das erste Mal seine Anteile verkaufen darf. Auch wenn die Mindestanlagesummen bei den Private Equity Fonds natürlich geringer als ein direktes Investment in das Unternehmen in Form einer Unternehmensbeteiligung sind, so sind diese geschlossenen Fonds im Grunde nicht geeignet für Kleinanleger, sondern eher für risikobereite vermögende Kunden oder für institutionelle Anleger. Bei all diesen Nachteilen fragt man sich nun vielleicht, was eigentlich für das Investment in einen Private Equity Fonds spricht? Im Grunde ist hier nur ein Merkmal zu nennen, nämlich die mögliche relativ hohe Rendite. Falls sich das Unternehmen, in welches durch den Private Equity Fonds investiert wurde, am Markt etablieren kann und Gewinne erzielt werden, kann auch für den Anleger eine Rendite zwischen 15 und 30 Prozent im Jahr nicht unrealistisch sein, allerdings ist das Risiko eben auf der anderen Seite recht hoch. (er)

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