Fördergelder zur privaten Rente

– Förderungen vom Staat besonders für junge Familien

Aufgrund der schwierigen Situation der gesetzlichen Rentenversicherungs-träger hat die Bundesregierung schon vor einigen Jahren eine ganze Reihe von Gesetzen verabschiedet, die sich mit dem Thema "staatliche Förderung der privaten Altersvorsorge" beschäftigen. Die wohl wichtigste und bahnbrechendste Neuerung der letzten Jahre war in diesem Zusammenhang die Einführung der staatlich geförderten Rentenversicherung, im Volksmund auch als "Riester Renten" bekannt.

Bei diesen Verträgen zahlt der Staat dem Bürger, bei Erfüllung bestimmter Kriterien, finanzielle Zulagen als Zuschuss zur Altersversorgung. Die Einführung der Riester Rente wird als Eingeständnis des Staates gesehen, zu lange zugesehen zu haben, wie sich die Kassen der gesetzlichen Rentenversicherungsträger immer weiter leeren, ohne aber etwas dagegen unternommen zu haben. Die Bundesregierung gibt damit ganz offen zu, dass die staatliche Vorsorge alleine nicht mehr ausreichen wird, um einen gesicherten Lebensstandart im Alter aufrecherhalten zu können.

Die Förderungen, die sich aus der Riester Rente ergeben, sind aber nicht gleichermaßen auf alle Bundesbürger verteilt, sondern sind so aufgebaut worden, dass besonders junge, kinderreiche Familien bevorzugt werden. Ob die Förderungen jedoch einen Anreiz darstellen mehr Kinder in die Welt zu setzen darf bezweifelt werden - vielmehr wollte man wohl Familien mit eh schon hohen Belastungen zusätzlich etwas entlasten. Bei der Riester Rente teilt sich die staatliche Förderung in insgesamt zwei Teile, eine direkte Zulage von Staat und die Möglichkeit, die gezahlten Beiträge von der Steuer abzusetzen. Im Rahmen einer Günstigerprüfung ermittelt das Finanzamt automatisch, welche Variante sich besser für den Bürger auswirkt und bucht diese dann ein. Die Förderung besteht im Jahre 2007 aus 114 Euro Zulage für den Vertragsinhaber und 138 Euro je Kind, wobei die Förderung bei verheirateten in der Regel an denjenigen gezahlt wird, der auch als Empfänger des Kindergeldes eingetragen ist.

Zum Förderfähigen Personenkreis, soviel muss noch gesagt werden, gehören übrigens alle Arbeitnehmer, Arbeiter und Beamte (direkt förderfähig) und Personen die mit ihnen verheiratet sind (indirekt förderfähig). Selbständige und Freiberufler ohne Ehe mit einer direkt förderfähigen Person haben keine Möglichkeit von der Riester Förderung zu nutzen - schließlich haben sie auch keine Renten aus den staatlichen Rentenkassen zu erwarten. Das Wesen der Förderungen führt zu der logischen Konsequenz, dass gerade junge Familien mit möglichst vielen Kindern enorm gefördert werden können. "Jung" deshalb, weil gerade das Einkommen von Berufseinsteigern meist niedriger ist als von Menschen mit mehreren Jahren Berufserfahrung. Da bei der Riester Rente eine Eigenzahlung von 3% des steuerpflichtigen Bruttomonatslohnes (Stand 2007) erbracht werden muss, ist haben Menschen mit einem niedrigeren Einkommen prinzipiell Vorteile. Die hohe Anzahl der Kinder wirkt sich positiv aus, weil es pro Kinde eine Zulage in Höhe von 138 Euro (ebenfalls Stand 2007) gibt - es gibt keine maximal geförderte Kinderzahl.

An einem Beispiel soll die Situation deutlich werden:
Familie Mustermann hat 5 Kinder, er ist Arbeitnehmer und verdienst Brutto 2000 Euro, sie ist Hausfrau. Laut Riester Gesetzgebung ist er also direkt förderfähig, seine Frau hingegen indirekt. Herr Mustermann zahlt monatlich 60 Euro (3% von 2000 Euro) in seine Riester Rentenversicherung ein, seine Frau hat kein Einkommen und zahlt daher nur den Mindestbetrag in Höhe von 5 Euro pro Monat. Die Kinderzulage wird an Frau Mustermann gezahlt.

Die Zahlungen sehen also folgendermaßen aus:
Herr Mustermann: 720 Euro/Jahr + 114 Euro/Jahr = 834 Euro/Jahr.
Frau Mustermann: 60 Euro/Jahr + 690 Euro/Jahr (5*138 Euro) = 750 Euro/Jahr.

Mit diesen Zahlungen wird eine doch recht anständige zusätzliche Altersversorgung aufgebaut und die Mustermanns sichern sich ein gutes Auskommen im Alter. (er)

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