Die Reisekrankenversicherung zahlt bei Behandlungen im Ausland

– Kostenübernahme für ambulante und stationäre Leistungen

Grundsätzlich sind die Bürger hierzulande über die gesetzliche Krankenversicherung sehr gut abgesichert. So übernimmt die GKV zum Beispiel die Kosten, die im Zusammenhang mit ambulanten oder stationären Behandlungen anfallen. Allerdings ist in dem Zusammenhang auch wichtig zu wissen, dass die Kostenübernahme zunächst einmal nur bei Behandlungen im Inland zu einhundert Prozent gesichert ist.

Falls die Behandlung allerdings im Ausland stattfindet, muss diesbezüglich oft differenziert werden. Denn grundsätzlich werden nur solche Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen, die in dem Ausmaß auch bei einer Behandlung in Deutschland angefallen wären. Wenn also zum Beispiel in Behandlung eines Beinbruchs in Deutschland Kosten von beispielsweise 2.000 Euro verursachen würde, der Patient sich jedoch zum Beispiel aufgrund eines Urlaubs im Ausland behandeln lässt, würde die Krankenkassen in der Regel auch nur Kosten von maximal 2.000 Euro übernehmen. Kostet die Behandlung im Ausland jedoch beispielsweise 3.000 Euro, so würde der Patient die Differenz von 1.000 Euro im Normalfall selbst tragen müssen.

Damit dies nicht geschieht, gibt es jedoch die Möglichkeit, eine sogenannte Reisekrankenversicherung abzuschließen, die mitunter auch als Auslandskrankenversicherung bezeichnet wird. Es handelt sich hier um eine private Krankenzusatzversicherung, die vor allen Dingen dafür gedacht ist, etwaige Mehrkosten zu übernehmen, die von der gesetzlichen Krankenversicherung bei einer Behandlung im Ausland nicht bezahlt werden. Im Beispielfall würde die Reisekrankenversicherung die Differenzkosten von 1.000 Euro übernehmen, sodass der Patient keinen Eigenanteil mehr zu tragen hätte. Die (teilweise) Kostenübernahme bei Behandlungen ist aber nur ein Teil der Leistungen, die eine Auslandskrankenversicherung beinhaltet. Neben der Kostenübernahme bei notwendigen Behandlungen übernimmt die Auslandskrankenversicherung meistens auch die Kosten, die bei einem medizinisch sinnvollen Rücktransport in die Heimat anfallen.

Auch bestimmte Bergungskosten werden nach einem Unfall nicht selten übernommen. Welche Kosten die Auslandskrankenversicherung im Detail übernimmt, ist im jeweiligen Tarif der Versicherung festgelegt. Daher sollten Verbraucher auf jeden Fall erst die Beiträge und Leistungen vergleichen, bevor sie sich für eine bestimmte Reisekrankenversicherung entscheiden. Falls die Versicherung nur während einer „normalen“ Urlaubsreise genutzt werden soll, kommen auf den Verbraucher normalerweise nicht mehr als 30 oder 40 Euro für eine zweiwöchige Vertragsdauer zu. Und gemessen am möglichen finanziellen Risiko sollte nicht auf den Abschluss einer Reisekrankenversicherung verzichtet werden, falls man sich über mehrere Tage hinweg im Ausland aufhält. (er)

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