Geldanlage in Windfonds

– Marktaussichten einer Geldanlage in Windkraftfonds

Zu den ältesten Arten von geschlossenen Fonds zählen die Windfonds, die auch als Windkraftfonds bezeichnet werden. Die Windfonds gehören in den Bereich der so genannten Umweltfonds, da sie in erneuerbare und umweltschonende Energien investieren. Bis zum Jahre 2004, in dem das Erneuerbare-Energien-Gesetz verabschieden worden ist, waren im Grunde alle Umweltfonds gleichzeitig auch Windfonds.

Diese geschlossenen Fonds gibt es bereits seit den frühen 80er Jahren und nach wie vor ist das Investment in diese Fonds sehr beliebt, die Zahlen der Windkraftfonds sind allerdings dennoch in den letzten Jahren rückläufig. Die Grundlage dafür, dass diese Fonds generell wirtschaftlich arbeiten können ist im Grunde die Tatsache, dass die Energieversorgungsunternehmen nach dem eben bereits genannten Gesetz dazu verpflichtet sind, die aus Windkraft erzeugte Energie zu einem bestimmten Preis abzunehmen, den so genannten Strom aus regenerativen Energien. Das Volumen im Bereich der Windkraftfonds ist in den letzten Jahren vor allen Dingen aus zwei Gründen zurück gegangen. Zum einen haben auch die Windfonds damit zu „kämpfen“; dass die Möglichkeit der Verlustzuweisung, also die Verrechnung der Verluste aus der Anlage in Windfonds mit den Gewinnen aus anderen Einkunftsarten, seit einigen Jahren abgeschafft worden ist.

Damit fehlt für nicht wenige Anleger ein plausibler Grund, warum sie noch in die Windfonds investieren sollten. Zum anderen ist ein Hindernis, dass im Durchschnitt das Windaufkommen in den letzten Jahren im Vergleich zu früher gesunken ist. Weniger Wind bedeutet in diesem Zusammenhang weniger erzeugte Energie der Windkraftwerke, was wiederum zu sinkenden Einnahmen der Windfonds führt. Ein weiteres Problem der Windfonds ist neben der Abhängigkeit von der Witterung, also den Windverhältnissen, dass es nur eine sehr begrenzte Anzahl von möglichen Standorten gibt, wo Windkraftanlagen errichtet werden können. Generell kann man heute drei Arten unterscheiden, wenn es um den Standort bzw. um die Art des Betriebs von Windanlagen geht. Dabei handelt es sich um so genannte Onshore-Windanlagen, Offshore-Windanlagen und um Repowering. Als Onshore-Windanlagen werden solche Anlagen bezeichnet, die „auf dem Land“ errichtet werden. Diese Windanlagen kennt im Grunde fast jeder Bürger, da sie auf großen Feldern oder freien Flächen mitten in der Landschaft stehen. Das genau ist auch das Problem dieser Standorte, denn immer mehr Bürgern werden diese nicht kleinen Anlagen ein „Dorn im Auge“ und die Proteste gegen den Neubau solcher Anlagen mehren sich.

Wenn eine solche Windkraftanlage durch den Windfonds errichtet bzw. finanziert wird, dann ist die Abnahme der produzierten Energie über 20 Jahre laut Gesetz garantiert. In den ersten fünf Jahren müssen 8,19 Cent pro kWh gezahlt werden, für die restlichen 15 Jahre dann noch 5,17 Cent pro kWh. Bei den Offshore-Anlagen handelt es sich um Windanlagen, die direkt am Meer errichtet werden. Hier ist zum einen das Windaufkommen höher, zum anderen ist mehr Platz vorhanden. Auch die Bezahlung des produzierten Stroms ist bei den Offshore-Anlagen etwas höher, denn für einen Zeitraum von 20 Jahren ist eine Basisvergütung von 6,19 Cent pro kWh festgelegt und für 12 Jahre eine Höchstvergütung von 9,1 Cent pro kWh. Beim so genannten Repowering handelt es sich nicht um einen Standort von Windanlagen, sondern damit wird die Modernisierung bereits bestehender Anlagen bezeichnet. Manche Windfonds investieren also nicht in den Neubau von Windanlagen, sondern eben in die technische Erneuerung von vorhandenen Anlagen, die eine immer größer werdende Bedeutung bekommt. Von der Vergütung her sind diese Projekte ebenfalls recht attraktiv, da man mit Basis- und Zusatzvergütung insgesamt auf 8,7 Cent pro kWh kommt. (er)

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