Anfallende Gebühren bei Auslandsüberweisungen

– Was ist ein Repair-Entgelt?

Im Bankenbereich gibt es mitunter Gebühren, von denen bislang kaum ein Kunde gehört hat, geschweige denn deren Bedeutung kennt. Während durchaus bekannt ist, dass man für Überweisungen Gebühren zahlen muss oder das Abheben an fremden Geldautomaten mit Kosten verbunden ist, sind manche Kosten und Gebühren sehr unbekannt. Dazu zählt unter anderem sicherlich auch das Repair-Entgelt. Das ist eine Gebühr, die im Zusammenhang mit einer Auslandsüberweisung unter bestimmten Umständen anfallen kann.

Damit man allerdings den Sinn und Zweck bzw. den Inhalt dieser Gebühr verstehen kann, sollten zunächst einige „Eckdaten“ zur Auslandsüberweisung als solche bekannt sein, denn dann ist das Repair-Entgelt im Prinzip recht schnell erläutert. Zunächst einmal spricht man immer dann von einer Auslandsüberweisung, wenn man als Kunde von seinem deutschen Girokonto aus eine Überweisung tätigt, bei der ein Betrag auf ein Konto eines Empfängers überwiesen im Ausland werden soll. In der Praxis unterscheidet man heute vor allem zwei Arten von Auslandsüberweisungen, und zwar danach, in welchem Land sich das Konto des Empfängers genau befindet. Man unterscheidet zwischen dem „Zielgebiet“ Europäische Union (inklusive Schweiz und Liechtenstein) und allen anderen Ländern. Ist das Zielland der Europäischen Union zugehörig, dann kann die so genannte EU-Standardüberweisung genutzt werden. Diese Überweisung darf nach EU-Richtlinien nicht mehr kosten als eine Inlandsüberweisung, wenn eine bestimmte Voraussetzung erfüllt ist. Und zwar besteht diese Voraussetzung darin, dass auf der Überweisung der BIC- bzw. SWIFT-Code sowie der IBAN der Bank des Empfängers angegeben sind.

Die Angabe der Kontonummer und Bankleitzahl, wie es bei einem inländischen Empfänger üblich ist, reicht also als Angabe auf der Auslandsüberweisung nicht aus. An dieser Stelle kommt nun wieder das zuvor erwähnte Repair-Entgelt, was übrigens mit Entgelt für die Reparatur übersetzt werden kann, ins Spiel. Sollte der Auftraggeber nämlich bei der Auslandsüberweisung den BIC-Code bzw. den IBAN nicht angegeben haben, so kann die ausführende Bank diese Repair-Gebühr verlangen. Denn die Bank wird dann die fehlenden Daten einfügen, was natürlich mit einem zusätzlichen Aufwand verbunden ist, den sich die Bank bezahlen lässt. Wie hoch diese Repair-Entgelte sind, ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Es existieren eine Reihe von Banken, die die Gebühr zum Beispiel im Bereich von fünf bis zehn Euro ansetzen, es gibt aber durchaus auch Banken, bei denen der Kunde ein Repair-Entgelt von 20 Euro oder mehr zahlen muss, wenn die geforderten Angaben auf der Auslandsüberweisung fehlen sollten. Der BIC-Code ist übrigens eine Art Identifikationsnummer, die jede Bank besitzt. Der IBAN ist eine Kombination aus Kontonummer und Bank des Empfängers und weiteren Prüfziffern. (er)

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