Risikostreuung durch doppelte Diversifikation mit Dachfonds

– Anlagekapital auf verschiedene Riskoklassen verteilen

Besonders für Anleger, die ein größeres Vermögen zu investieren haben, ist es sehr wichtig, dass einige grundlegende Regeln bezüglich der Geldanlage beachtet werden. Eine wichtige Regel besteht darin, dass auf jeden Fall darauf geachtet werden sollte, das zur Verfügung stehende Kapital nicht nur in eine Anlageposition zu investieren, sondern das Kapital stattdessen auf verschiedene Geldanlagen zu verteilen. Der Fachbegriff für die Verteilung des Kapitals lautet Diversifikation und wird in vielen Fällen auch als Risikostreuung bezeichnet.

Im Kern besteht die Diversifikation darin, dass der Anleger sich für mehrere unterschiedliche Geldanlagen entscheidet, auf die das vorhandene Kapital verteilt wird. Eine optimale Diversifikation beinhaltet zudem, dass das Kapital auf Anlagen verschiedener Risikoklassen verteilt wird. Eine echte Diversifikation beinhaltet also nicht unbedingt, beispielsweise 100.000 Euro zu gleichen Teilen auf Tagesgeld, Spareinlagen und Festgeld zu verteilen, sondern es sollten auch Produkte aus anderen Anlageklassen vorhanden sein, wie zum Beispiel Aktien oder Anleihen. Ein oftmals genutztes Finanzprodukt, welches quasi mit einer automatischen Diversifikation ausgestattet ist, sind offene Fonds. So findet beispielsweise bei jedem Aktienfonds ohnehin eine Diversifikation in der Hinsicht statt, als dass der jeweilige Fonds nicht nur in einen Aktienwert, sondern in viele unterschiedliche Aktien investiert.

Zwar legt der Anleger sein Kapital in diesem Fall ausschließlich in den Aktienfonds an, aber dieser wiederum verteilt das vorhandene Kapital auf mehrere Aktien, sodass durch diese Verteilung auch eine Risikostreuung erfolgt. Wem diese Risikostreuung und Diversifikation als Anleger noch nicht ausreicht, dem bietet sich mit den Dachfonds noch eine Alternative, die praktisch eine doppelte Diversifikation beinhaltet. Bei einem Dachfonds handelt es sich kurz erläutert um einen Fonds, der seinerseits in andere Fonds investiert. Während ein normaler Aktienfonds das Kapital der Anleger beispielsweise in verschiedenen DAX-Aktien investiert, ist es bei einem Dachfonds so, dass dieser beispielsweise das Kapital der Anleger nutzt, um sich an verschiedenen Aktienfonds zu beteiligen.

Der Dachfonds selbst investiert also nicht direkt in Anleihen, Aktien oder sonstige Basiswerte, sondern ausschließlich in andere Fonds, die ihrerseits ein direktes Investment in Aktien, Immobilien oder Rentenpapiere vornehmen. Aufgrund dieser Tatsache ergibt sich für den Anleger der Vorteil, dass eine doppelte Diversifikation vorgenommen wird. Denn die Risikostreuung besteht darin, dass der Dachfonds in verschiedene andere Fonds investiert und diese anderen Fonds zudem in unterschiedliche Aktien oder sonstige Finanzwerte investieren. Allerdings haben Dachfonds auch durchaus Nachteile, wie zum Beispiel die vergleichsweise hohen Kosten, die in Form von Gebühren für den Anleger anfallen.
(er)

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