Übersicht und Anlagemöglichkeiten in Wandelanleihen

– Beispiel eines Investments im Anleihebereich

Im Bereich Geldanlagen gibt es inzwischen sehr viele verschiedene Produkte, die man zur Investition seines Kapitals als Anleger nutzen kann. Daher ist es auch sehr sinnvoll, die unterschiedlichen Arten der Geldanlagen in unterschiedliche Gruppen einzuteilen. Einen sehr großen Bereich nehmen neben den verzinslichen Geldanlagen wie Termingeld- oder Spareinlagen zum Beispiel auch die Wertpapiere ein. Diesen Bereich Wertpapiere kann man nochmals unterteilen, nämlich in die Bereiche Fonds, Anleihen und Aktien.

In den meisten Fällen muss sich der Anleger also entscheiden, ob er sein Kapital in das eine oder das andere Produkt investieren möchte. Es gibt jedoch auch spezielle Finanzprodukte, die im Grunde eine Mischung aus zwei unterschiedlichen Finanzprodukten darstellen, was die Eigenschaften der Produkte angeht. Ein solches Produkt sind zum Beispiel auch die Wandelanleihen. Wenn man als Anleger zum ersten Mal das Wort Wandelanleihe hört, dann wird man sich wahrscheinlich fragen, was denn hier genau gewandelt werden kann oder soll. Von der Grundstruktur her handelt es sich bei der Wandelanleihe, welche des öfteren auch als Wandelschuldverschreibung bezeichnet wird, um eine Anleihe, also um ein Rentenpapier. Emittiert werden solche Wandelanleihen in erster Linie von Unternehmen aus dem Bereich der Privatwirtschaft, in den meisten Fällen von Aktiengesellschaften. Durch die Ausgabe der Wandelanleihen möchte sich der Emittent frisches Kapital beschaffen, welches dann zum Beispiel für neue Investitionen benutzt werden könnte. Wie es für eine Anleihe fast immer üblich ist, bekommt der Inhaber der Wandelanleihe einen festen Zinssatz, der ihm durch den Kauf der Anleihe zusteht.

Falls der Anleger nichts „unternimmt“, jährlich seine Zinsen erhält und bis zur Fälligkeit der Anlage wartet, handelt es sich also um ein ganz gewöhnliches Rentenpapier. Das Wandelrecht, aufgrund dessen die Wandelanleihe ihren Namen trägt, besteht konkret darin, dass der Anleger die Anleihe praktisch in Aktien umtauschen kann, wenn er das möchte. Man würde in diesem Fall also faktisch die Wandelanleihe, die einen bestimmten Nominalwert hat, beispielsweise 10.000 Euro, in eine im Vorhinein festgelegte Anzahl von Aktien des Emittenten eintauschen. In der Praxis würde man also durch die Nutzung des Wandelrechts bei einem Wandelverhältnis von 1:10 zum Beispiel für einen Nominalwert der Anleihe von 1.000 Euro im Gegenzug 10 Aktien des Unternehmens erhalten. Nach dem Vollzug des Wandels ist man fortan als Anleger nicht mehr der Inhaber einer Anleihe, sondern man ist nun ein ganz „gewöhnlicher“ Aktionär mit allen dazu gehörigen Rechten und Pflichten. Kurz zusammenfassend kann man also sagen, die Wandelanleihe ist ein ideales Investitions-Produkt für Personen, die sich nicht sofort zwischen einem Investment in Anleihen oder in Aktien entscheiden können. Wer während der Laufzeit lieber eine sichere Anlage behalten möchte, der lässt einfach alles so wie es ist und nutzt mit der Wandelanleihe ein normales Rentenpapier. Wer hingegen während der Laufzeit eine Chance auf eine höhere Rendite nutzen möchte und auch vom Kurspotential der jeweiligen Aktie überzeugt ist, der wandelt die Anleihe einfach in Aktien um. (er)

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