Unternehmen betreiben Kurspflege beim Shareholder Value

– Definition und Berechnung des Shareholder Value

Der Aktienhandel ist vom Grundprinzip her relativ einfach, beinhaltet auf der anderen Seite aber auch vergleichsweise komplizierte Strukturen, wenn man einmal einen Blick hinter die Kulissen der Börsen wirft. Grundsätzlich basiert der Aktienhandel natürlich auf Angebot und Nachfrage, aber was genau hinter dem jeweiligen Angebot und der Nachfrage steckt, bleibt den meisten Anlegern verborgen. Es ist nämlich keineswegs so, dass ausschließlich private Anleger und institutionelle Investoren am Markt aktiv sind, sondern es gibt durchaus noch weitere Börsenteilnehmer, die in erheblichem Umfang in das Marktgeschehen eingreifen können.

Zu nennen sind hier zum Beispiel Spekulanten, die oft schon in wenigen Minuten dazu in der Lage sind, einen Aktienkurs in die Höhe zu treiben oder deutlich fallen zu lassen. Für die meisten Unternehmen ist es nicht besonders wünschenswert, dass der Kurs der eigenen Aktien in größeren Umfang schwankt, weil dies bei den Anlegern zu einer gewissen Unsicherheit führt. Diese Unsicherheit wiederum hat oftmals zur Folge, dass sich Anleger nicht wirklich trauen, in die Aktien zu investieren, was selbstverständlich für das jeweilige Unternehmen nicht von Vorteil ist. Daher haben es sich besonders größere Unternehmen oftmals zur Aufgabe gemacht, selbst einen Teil dazu beizutragen, dass der Kurs der eigenen Aktien vergleichsweise stabil ist. In dem Zusammenhang taucht oftmals auch der Begriff Shareholder Value auf, was übersetzt in etwa „Wert des Aktienhalters“ bedeutet. Mit dem Aktienhalter ist der Aktieninhaber, also der jeweilige Aktionär, gemeint.

Vereinfacht dargestellt soll durch das Prinzip Shareholder Value erreicht werden, dass sich der Anleger stets auf einen bestimmten Wert verlassen kann, den die jeweiligen Aktien haben. Für die Unternehmen bedeutet dies in der Praxis, dass deren Aufgabe vorrangig darin besteht, die Kurse der eigenen Aktien gegen größere Verluste zu stützen. Diese Aufgabe können die Unternehmen in der Praxis dadurch wahrnehmen, dass sie in bestimmten Situationen Käufe am Aktienmarkt vornehmen. In diesem Fall kauft das Unternehmen also seine eigenen Aktien, was im besten Fall dazu führt, dass der Kurs wieder ansteigt.

In dem Zusammenhang wird auch von der Kurspflege gesprochen, deren Hauptziel darin besteht, den Aktienkurs ab einer gewissen Schwelle dazu zu bewegen, nicht weiter zu fallen. Allerdings ist diese Methode mit einem recht hohen Aufwand verbunden, sodass sich in der Praxis fast nur die größeren Aktienunternehmen leisten können, einem solchen Shareholder Value Prinzip auch tatsächlich nachzugehen. Dies ist allein schon auf die Tatsache zurückzuführen, dass kleine und mittlere Aktiengesellschaften häufig nicht die finanziellen Mittel haben, um „mal eben“ Tausende der eigenen Aktien an der Börse zu kaufen. (er)

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