Vom Zinseszinseffekt bei Anlagen profitieren

– Jährliche oder Vierteljährliche Zinsgutschriften berechnen und vergleichen

Im Bereich der verzinslichen Geldanlagen ist es entweder so, dass die Gutschrift der Zinsen in einem regelmäßigen Abstand während der Laufzeit der jeweiligen Anlageform erfolgt, oder erst am Ende der Laufzeit zusammen mit dem Kapital vorgenommen wird. Bei Anleihen ist es zum Beispiel fast immer so, dass die Gutschrift der Zinsen einmal im Jahr zu einem von vorne herein festgelegten Termin erfolgt.

Bei manchen Anlageformen kann der Anleger auch zwischen der jährlichen und einer unterjährigen Gutschrift der Zinsen wählen, wie zum Beispiel unter anderem beim Tagesgeld. Welche Vorteile und welche Nachteile die monatliche Zinsgutschrift gegenüber einer jährlich stattfindenden Zinsgutschrift hat, kann man sich anhand eines Vergleichs beim Tagesgeld anschauen. Dass die monatliche Zinsgutschrift einen Vorteil für den Anleger beinhaltet, lässt sich schon alleine daran erkennen, dass diejenigen Anbieter, bei denen man zwischen monatlicher und jährlicher Zinsgutschrift frei wählen kann, meistens bei jährlicher Gutschrift einen etwas höheren Zinssatz als bei monatlicher Gutschrift zahlen. Worin besteht also genau die Besonderheit der monatlichen Zinsgutschrift bzw. worin besteht der Unterschied zwischen monatlicher und jährlicher Gutschrift der Zinsen im Detail? Diese Frage kann man im Prinzip mit einem Wort beantworten, nämlich mit dem Begriff der Zinseszinsen. Allerdings muss man zuvor noch unterscheiden, ob die Zinsgutschrift auf dem Anlagekonto erfolgt oder auf ein separates Konto, wie zum Beispiel auf das Girokonto. Denn nur wenn die Zinsgutschrift auch auf dem Anlagekonto erfolgt, also zum Beispiel auf dem Tagesgeldkonto, kann der Anleger von den Zinseszinsen profitieren.

Und zwar kann in diesem Fall von dem so genannten Zinseszinseffekt profitiert werden. Dieser Effekt besteht darin, dass es bei einer monatlichen Zinsgutschrift so ist, dass die Zinsen dem Anlagekapital zugeschrieben werden. Was bedeutet das konkret? Angenommen, der Anleger hat 10.000 Euro auf einem Tagesgeldkonto deponiert, und zwar zu einem Zinssatz von zwei Prozent. Wenn nun eine monatliche Zinsgutschrift vereinbart wurde, bekommt er nach einem Monat einen Zinsbetrag von 16,66 Euro gutgeschrieben, der dem Kapital zugeschrieben wird. Im nächsten Monat wird dann nicht mehr nur die Anlagesumme von 10.000 Euro verzinst, sondern die Anlagesumme plus den erhaltenen Zinsen, also insgesamt 10.016,66 Euro. Und auf diese Weise erhält der Anleger dann durch die monatlich stattfindende Zinskapitalisierung am Jahresende, eben aufgrund der Zinseszinsen, einen höheren Zinsbetrag, als wenn die Zinsgutschrift nur einmal im Jahr stattgefunden hätte. Richtig lohnenswert ist die monatliche Zinsgutschrift allerdings nur dann, wenn man Anlagesummen im oberen fünfstelligen oder im sechs- und siebenstelligen Bereich hat, da sich der Zinsvorteil ansonsten nur im Bereich von wenigen Euro pro Jahr bewegt. (er)

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