Beste Geldanlageprodukte im Zinsvergleich

– Zinsen und Risiken bei der Geldanlage

Zinsen sind nichts anderes als der Preis für geliehenes Geld. Ein Gläubiger stellt einem Schuldner für eine gewisse Zeit sein Kapital zur Verfügung; als Ausgleich dafür, dass er in dieser Zeit nicht über sein Geld verfügen kann, zahlt ihm der Schuldner Zinsen. Wie hoch dieser Zins ausfällt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. An erster Stelle zu nennen ist hierbei der allgemeine Zinssatz, der von den Notenbanken festgelegt wird.

Der zweite Faktor, der die Höhe der Zinssätze maßgeblich beeinflusst, ist das sogenannten Ausfallrisiko. Wer Geld leiht, verpflichtet sich, es nach einer vertraglich vereinbarten Zeitspanne zurückzuzahlen. Ob der Schuldner dieser Verpflichtung wird nachkommen können, lässt sich bereits im Vorfeld einer Kredit Vergabe in etwa abschätzen. Nach dieser Einschätzung richtet sich die Höhe des Zinssatzes. Man spricht in diesem Zusammenhang von der Risikoprämie: Je größer die Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner in Zukunft in Zahlungsschwierigkeiten kommen wird, desto höher sind die Zinsen, die er für geliehenes Geld zahlen muss. Der Gläubiger lässt sich somit das Risiko bezahlen, sein verliehenes Kapital oder Teile davon zu verlieren.

Bestimmte Unternehmen haben sich darauf spezialisiert, die Höhe der Ausfallrisiken zu beurteilen und nach einem einheitlichen System einzustufen. Diesen Vorgang nennt man Rating (Einschätzung). Die drei bekanntesten Rating-Agenturen sind Standard & Poor's, Moody's Investors Service und Fitch. Je nach Bonität, also Zahlungsfähigkeit, werden die Schuldner anschließend in ein Bewertungssystem eingestuft. Es reicht von AAA für sehr gute Schuldner bis zu C für schlechte Schuldner mit einer hohen Ausfallwahrscheinlichkeit. Entsprechend hoch oder niedrig sind die Geldanlage Zinsen, welche die Schuldner abhängig von ihrer Bonität zahlen müssen.

Hohe Zinsen bedeuten aber nicht generell ein höheres Risiko, da auch die Zinssätze für absolut sichere Anlagen steigen und fallen können. Anfang der neunziger Jahre schwankten die Zinssätze für sichere Bundesschatzbriefe zwischen sieben und etwa zehn Prozent, heute pendeln sie etwa um vier Prozent. Wer sein Geld 1992 in Bundesschatzbriefe mit etwa acht Prozent anlegen konnte, ging kein höheres Risiko ein als ein Anleger, der für ein solches Bundeswertpapier im Jahr 2006 etwa vier Prozent Zinsen erhält. Damals wie heute lagen allerdings die Zinssätze für Unternehmensanleihen oder für Anleihen ausländischer Staaten je nach Risikoeinschätzung weit über dem Zinssatz für sichere Anlagen. Deshalb gilt: Wer für sein eingesetztes Kapital höhere Zinserträge als für sichere Bundeswertpapiere erwirtschaften will, geht ein höheres Verlustrisiko ein. Die Einstufung durch die Rating-Agenturen macht deutlich, wie hoch dieses Risiko für den Anleger im Einzelfalle einzuschätzen ist. (er)

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