Einfluss niedriger Zinssätze am Kapitalmarkt auf Vorsorgeprodukte

– Finanzprodukte zur Altersvorsorge im Anbietervergleich

Niedrige Zinsen am Kapitalmarkt wirken sich auf den Ertrag der einzelnen Vorsorgeprodukte zur Deckung der Versorgungslücke im Rentenalter aus. Je nach Art des gewählten Vorsorgeproduktes ist der Einfluss der gegenwärtig geringen Zinsen für den Anleger gut oder schlecht. Den größten Vorteil durch niedrige Zinsen am Kapitalmarkt erzielen Vorsorgesparer, wenn sie Wohneigentum erwerben. Dank der ausgesprochen niedrigen Zinsen tragen sie für die erforderlichen Immobilienzinsen geringe Kosten.

Wer hingegen auf einen Banksparplan gesetzt hat, verliert auf Grund der erneut gesunkenen Durchschnittszinsen an Rendite. Die meisten Banken garantieren bei Sparverträgen steigende Bonuszahlungen nach den einzelnen Sparjahren, während sie die Grundverzinsung an die aktuelle Zinsentwicklung anpassen. Aber auch für private Lebensversicherungen und die Rentenversicherung als eine beliebte Variante stellen anhaltend geringe Zinssätze eine Gefährdung der zu erwartenden Auszahlungshöhe dar. Jeder Kunde einer Lebensversicherung erfährt bei Vertragsabschluss, welche Leistungen er mindestens und welche für den Fall einer gleichbleibenden Überschussbeteiligung erwarten kann. Der Garantiezins und damit die Garantieleistung ist selbstverständlich sicher; nahezu jeder Versicherungsnehmer rechnet jedoch damit, dass die bisherige Gewinnbeteiligung der Versicherungsgesellschaft beibehalten werden kann.

Da die Versicherungsgesellschaften nur einen Teil der Kundengelder für Aktienkäufe verwenden dürfen, während sie den größten Anteil in Geldanlagen mit festen Zinssätzen tätigen müssen, führen niedrige Zinsen auf dem Kapitalmarkt zwangsläufig zu einer Verringerung der Überschussbeteiligung und somit zu einer geringer als erwartet ausfallenden Rentenzahlung. Besonders nachteilig wirken sich die niedrigen Zinsen aus, wenn der Sparer eine Lebensversicherung vorzeitig kündigt. In diesem Fall ist der Rückkaufwert auf Grund der anzurechnenden Kosten oftmals geringer als die Summen der von ihm bereits eingezahlten Beiträge. Anleger können die Nachteile einer geringen Rendite ihrer Vorsorgeprodukte auf Grund niedriger Zinsen umgehen, indem sie sich für Fondssparpläne entscheiden. Die Fondsgesellschaft legt bei Aktienfonds zwar einen Teil der Kundengelder ebenfalls in festverzinslichen Wertpapieren an, für den deutlich größeren Anteil erwirbt sie jedoch Aktien.

Sofern sich der Kunde für die Geldanlage in Rentenfonds entscheidet, überwiegen die festverzinslichen Wertpapiere im Fondsvermögen, so dass der Effekt einer geringen Rendite bei niedrigen Zinsen ebenfalls eintritt. Wer das Zinstief umgehen möchte, wählt unbedingt einen Aktienfonds oder einen Immobilienfonds als Geldanlage. Das Risiko bei fondsgebundenen Lebensversicherungen besteht jedoch in möglichen Verlusten; lediglich die Geldanlage in zertifizierte Riester- oder Rürup-Verträge garantiert spätere Zahlungen in der Mindesthöhe des eingezahlten Kapitals. Ein zwingender Zusammenhang zwischen der Zinsentwicklung und der Kursentwicklung auf dem Aktienmarkt besteht nicht, steigende Aktienkurse bei niedrigen Zinsen lassen sich zwar regelmäßig beobachten, sie beruhen jedoch vorwiegend auf der verstärkten Nachfrage nach Beteiligungspapieren. (er)

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